MA 22: Schlangen in Wien stehen unter strengem Schutz

Die Ringelnatter, Schlingnatter, Würfelnatter und die Äskulapnatter sind in Wien heimisch.
Die Ringelnatter, Schlingnatter, Würfelnatter und die Äskulapnatter sind in Wien heimisch. - © Andreas Römer/Jürgen Rienesl
Bei uns heimische Schlangen wie die Ringelnatter, Schlingnatter, Würfelnatter und die Äskulapnatter sind absolut ungiftig. Als natürliche “Schädlingsbekämpfer” bei der Mäusejagd sind sie dazu auch noch nützlich. Die Stadt Wien schützt und fördert deshalb ihre Lebensräume im Rahmen des Wiener Arten- und Lebensraumschutzprogramms Netzwerk Natur.

Das Wiener Arten- und Lebensraumschutzprogramm Netzwerk Natur ist in der Wiener Umweltschutzabteilung MA 22 angesiedelt. “Die heimischen Nattern leben in warmen, nicht zu trockenen Gebieten. Durch die Schaffung optimaler Kleinstrukturen, wie Lesesteinhaufen und Trockensteinmauern, aber auch Biotoppflege werden ihre Lebensräume in Wien gezielt aufgewertet”, berichtet Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der Wiener Umweltschutzabteilung.

Nattern sind “Kunstwerke” der Natur

Die Nattern sind anmutige “Kunstwerke” der Natur und durch ihre jeweilige Zeichnung erkennbar: Die Ringelnatter ist am namensgebenden hellen “Halsband” zu erkennen, die Würfelnatter am Rückenmuster aus teils quadratischen Flecken. Beide bevorzugen ruhige Gewässer mit vielfältiger Ufervegetation, wo sie sich von Amphibien und kleinen Fischen ernähren.

Das Längsmuster der Äskulapnatter entsteht durch teils weißumrandete Schuppen, das der Schlingnatter durch dunkle Flecken. Äskulapnattern sind oft an Waldlichtungen, Schlingnattern in Weinrieden anzutreffen, wo unter anderem Mäuse auf ihrem Speiseplan stehen. Eine Länge von rund einem Meter ist bei den heimischen Nattern keine Seltenheit, die Äskulapnatter misst sogar bis zu zwei Meter.

Nattern zählen zu den Reptilien und sind wechselwarme Tiere – ihre Körpertemperatur passt sich der Umgebung an. Beim wärmenden Sonnenbad sind sie gut zu beobachten, am besten mit etwas Abstand: Schlangen reagieren sensibel auf Vibrationen, z.B. durch sich nähernde Schritte, und ergreifen meist rasch die Flucht. Wenn sie sich nicht gleich davonschlängeln, sollten sie trotzdem nicht gestreichelt, festgehalten oder aufgehoben werden, sie könnten sich sonst angegriffen fühlen.

Schlangen in Wien streng geschützt

Wie alle Reptilien sind auch die Nattern in Wien nach dem Wiener Naturschutzgesetz streng geschützt, was bedeutet, dass sie weder gefangen, getötet oder aus ihrem Lebensraum entfernt werden dürfen. Nicht nur vier unterschiedliche Schlangenarten sind in Wien zu finden, auch andere Reptilien, nämlich Zaun-, Mauer- und Smaragdeidechsen sowie Blindschleichen fühlen sich in der Stadt wohl.

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen