Lufthansa-Pilotenstreik seit Mitternacht: 20 Wien-Flüge entfallen

Durch den Lufthansa-Streik fallen auch Wien-Flüge aus
Durch den Lufthansa-Streik fallen auch Wien-Flüge aus - © EPA (Sujet)
Die Piloten der Lufthansa konzentrieren ihren Streik seit Mitternacht auf Kurz- und Mittelstrecken. Zuvor hatten sie ihre Arbeitsniederlegung noch auf die weniger zahlreichen Fernflüge beschränkt. Flüge von und nach Wien entfallen dadurch.


Zehntausende Passagiere müssen während des bis Mitternacht (24.00 Uhr) dauernden Streiks mit einem Sonderflugplan vorliebnehmen. Die AUA-Mutter war zuvor vor den Arbeitsgerichten Frankfurt und Köln mit dem Versuch gescheitert, den Streik per einstweiliger Verfügung verbieten zu lassen. Nach Auffassung der Richter ist der Ausstand verhältnismäßig und verfolgt auch keine streikfremden Ziele. Zwar geht Lufthansa vor dem Hessischen Landesarbeitsgericht in Berufung. Doch diese Verhandlung wird nach Gerichtsangaben erst am Mittwochvormittag um 10.30 Uhr stattfinden. Der Ausstand am selben Tag dürfte somit zunächst nicht zu stoppen sein.

Forderungen an die Lufthansa

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) forderte die Lufthansa auf, sich nicht hinter juristischen Positionen zu verstecken. “Der Konzernvorstand muss endlich erkennen, dass ein Dienstleistungsunternehmen nicht gegen das eigene Personal geführt werden kann”, sagte VC-Sprecher Markus Wahl. Die Gewerkschaft sei bereit, zukunftsfähige Strukturen mitzugestalten.

Am Mittwoch fallen von 1.520 Flügen nach Angaben des Unternehmens rund 1.000 aus. Betroffen seien etwa 140.000 von 180.000 gebuchten Passagieren. Für innerdeutsche Strecken wurden die Fluggäste auf die Bahn verwiesen, zudem sollten auch Jets anderer Gesellschaften aus dem Lufthansa-Konzern eingesetzt werden.

Lufthansa-Pilotenstreik: Auswirkungen auf Wien

Der Streik wird sich am Mittwoch, auch auf den Flughafen Wien auswirken. 20 von 22 Flügen von und nach Wien fallen laut Airport aus. Betroffen sind die Destinationen München und Frankfurt. Auch Flüge nach Graz wurden annulliert. Die Lufthansa-Tochter AUA setzt ab Wien größere Flieger ein. Passagieren wird empfohlen, sich bei der Airline über die Ausfälle zu informieren. Die Konzerntöchter Austrian Airlines (AUA), Swiss, Brussels sowie German- und Eurowings sind vom Streik der Lufthansa-Piloten nicht betroffen.

Streikgrund ist die Übergangsversorgung von rund 5.400 Piloten. Daneben geht es auch um die geplante Billigschiene Eurowings. Die Piloten werfen dem Unternehmen Tarifflucht vor, weil mit der neuen Unternehmensstruktur Arbeitsplätze zu günstigeren Konditionen ins Ausland verlagert werden sollen. Lufthansa begründet die Pläne mit dem hohen Kosten- und Konkurrenzdruck durch Billigflieger wie Ryanair und Easyjet.

(apa/red)

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