Los Feliz – Kritik zum Film

Los Feliz – Kritik zum Film
Edgar Honetschläger widmet sich in seinem neuen Projekt “Los Feliz” der Macht der Bilder und der Macht über die Bilder.

Dazu hat der Künstler ein wahres Multi-Mediaexperiment auf die Beine gestellt, in dessen Kern der Spielfilm “Los Feliz” steht.

Los Feliz – Die Geschichte

Der Filmemacher, den ausstellungsfilm-gewöhnten Zuschauern durchzuhalten und nicht bereits nach zehn Minuten weiter durch die Ausstellung zu schlendern rät: “Das ist ein funktionierender, vollständiger Spielfilm mit Handlung und allem.”

Dabei ist die erste halbe Stunde von “Los Feliz”, benannt nach einem Stadtviertel von Los Angeles, beinahe konventionell angelegt. Dauerbeschallt von Richard Strauss und Igor Strawinski paktieren drei Kardinäle mit dem Teufel, um den Bedeutungsverlust des Westens aufzuhalten. Rom und Los Angeles, als zwei Orte jener Mächte, die unsere Bildwelten zentral prägen, werden in Folge verbunden. In einem Mercedes-Oldtimer fährt der Teufel mit der Französin Lydia, die berühmt werden möchte, und einer japanischen Shinto-Göttin durch Amerika – dessen Welt Honetschläger dann mit bemalten Leinwänden erschafft.

Los Feliz – Die Kritik

Ab diesem Zeitpunkt wandelt sich der in Rom, LA und Wiener Neudorf gedrehte “Los Feliz” zum Roadmovie aus dem Studio. Er zeichnet wie die Genesis eine Reise von New York nach Los Angeles in einer Sieben-Tage-Struktur nach – im wahrsten Sinn des Wortes. Allein die Erstellung der teils minimalistischen, teils an Kinderarbeiten erinnernden Leinwände, die im Format 16 auf 4 Meter hinter den Akteuren als Landschaft vorbeigezogen werden, dauerte dreieinhalb Jahre, so Honetschläger bei der Präsentation der Artefakte im 21er Haus.

Die Dimensionen waren dabei enorm, wurden etwa für das Bild einer Straße 32 Liter Tusche verbraucht. Entsprechend macht es für den Besucher des Ausstellungshauses wenig Sinn, sich im Erdgeschoß aufzuhalten – sind dort die ausgelegten Leinwände schlicht nicht zu erfassen. Der Weg in den ersten Stock lohnt sich hingegen.

(APA)

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