Loreen: Life Ball “perfekte Kombination aus Unterhaltung und Charity”

Lobende Worte für den Life Ball von Loreen.
Lobende Worte für den Life Ball von Loreen. - © DAPD
Der Arkadenhof des Wiener Rathauses hat es ihr angetan: “Hier könnte man sich wirklich vorstellen, zu wohnen”, schmunzelte Loreen. Die schwedische Sängerin wird am Samstagabend Teil des diesjährigen Life Balls sein und ihre neue Single “Paper Light” zum Besten geben.

“Unterhaltung und Charity: Das ist die perfekte Kombination!” Wobei ihr gerade der politische Aspekt wichtig sei.

Immerhin hat die heute 31-Jährige schon vor drei Jahren, als sie mit “Euphoria” beim Song Contest in Baku (Aserbaidschan) erfolgreich war, ihr Engagement unter Beweis gestellt und sich mit örtlichen Menschenrechtsaktivisten getroffen – was ihr vom Gastgeberland des eigentlich dezidiert unpolitischen Gesangswettbewerbs übel genommen wurde. Es ist aber nicht Loreens Art, sich ein Blatt vor den Mund zu nehmen. “Mehr Künstler sollten sich für etwas einsetzen. Aber leider ist Popmusik etwas seicht geworden”, betonte sie.

Loreen: “Nicht in Schubladen denken”

Wie wichtig Loreen gesellschaftspolitische Inhalte sind, unterstreicht auch ihr Song, der auf dem gleichnamigen, im Herbst erscheinenden Album enthalten sein wird. “Wir diskutierten darüber, was diese Begriffe eigentlich bedeuten: männlich, weiblich, schwul. Im Text ist es dann zwar etwas kryptisch, aber ich glaube, die Botschaft kommt schon an. Es ist mein Aufruf an die nächste Generation: Wir müssen Verantwortung übernehmen und dürfen nicht in Schubladen denken, wenn es um Gender, Sexualität und Gleichheit geht.”

Gerade Musik biete die Möglichkeit, die Leute zu erreichen, ist die Sängerin mit marokkanischen Wurzeln überzeugt. “Es ist unglaublich, was man auf emotionaler Ebene erreichen kann. Das wirkt sich direkt auf deine Stimmung aus und weckt oft Erinnerungen.” Entsprechend ist auch ihre Forderung an die Kollegenschaft zu verstehen: “Warum versuchen so wenige, diese Kraft, die sie besitzen, einzusetzen? Als Künstler hat man die Möglichkeit, viele Menschen zu erreichen. Man darf nicht nur das eigene Ego befriedigen”, so Loreen. “Seid doch klug! Wenn sich alles nur um einen selbst dreht, wird man davon aufgefressen.”

Verständnis für Politiker

Für Verständnis warb Loreen aber auch in die andere Richtung: “Wir tendieren dazu, den Politikern immer die Schuld zu geben. Aber ganz ehrlich: Warum versuchen wir nicht selbst, etwas zu ändern, anstatt uns die ganze Zeit zu beschweren? Für Politiker ist die Situation doch alles andere als einfach, das sollte man sich vor Augen führen. Man muss schon bei sich selbst beginnen.” Wobei sie nicht per se fordert, dass sich Musiker politisch artikulieren müssen. “Man kann ja auch in anderen Dingen, bei anderen Fragen Orientierung geben”, schlug Loreen vor.

So vehement sie diese Botschaften vertritt, so vielfältig möchte sich die ehemalige ESC-Gewinnerin auf ihrer kommenden Platte präsentieren. “Ich habe verschiedene Aspekte meiner Stimme ausprobiert”, erklärte Loreen. “Das ist, wie wenn Jimi Hendrix Gitarre spielt: Es gibt so viele Sachen, die man mit der eigenen Stimme anstellen kann. Dementsprechend hat auch das Album nicht nur einen Stil.” Musikalisch dürfe man neben elektronischen sowie Hip-Hop-Einflüssen mit einer “dynamischen Grundstimmung” rechnen. “Das werden viele von mir so nicht erwarten”, lachte Loreen. “Aber jede Münze hat zwei Seiten. Ich will mich keinesfalls selbst einschränken. Musik ist für mich keine mathematische Formel, dazu ist sie viel zu spirituell.”

Immer verbunden mit dem Song Contest

Dem Eurovision Song Contest wird Loreen jedenfalls immer verbunden bleiben. “Das ist ein Teil von mir. Dieses Event hat mein Leben verändert und mir eine Plattform geboten. Seitdem kann ich machen, was ich am meisten liebe. Dafür werde ich immer dankbar sein.”

Beim Life Ball zeigt sie sich – abgesehen vom Wohltätigkeitsaspekt – besonders von der visuellen Komponente angetan. “Da kommt die Diva in mir durch”, schmunzelte die Sängerin. “Diese Ästhetik gefällt mir einfach unglaublich gut. Alle machen hier einen tollen Job. Hoffentlich kann ich meinen kleinen Part dazu beisteuern.”

(Christoph Griessner/APA)

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