London-Anschlag: Österreichs Botschafter und Nationalfonds-Chefin waren im britischen Parlament

So erlebte Österreichs Botschafter und die Nationalfonds-Chefin den Anschlag in London
So erlebte Österreichs Botschafter und die Nationalfonds-Chefin den Anschlag in London - © AFP
Der österreichische Botschafter in Großbritannien, Martin Eichtinger und die Generalsekretärin des Österreichischen Nationalfonds, Hannah Lessing, mussten “stundenlang im Gebäude ausharren”. Beide waren zum Zeitpunkt der Anschläge in London am Mittwoch im britischen Parlament und erzählen nun von den Erlebnissen.

Etwa 800 Personen befanden sich wären des Vorfalls im Parlament, nach ersten Meldungen machte sich “rasch Schock und Trauer” breit, so der Botschafter.

Nationalfonds-Chefin und Österreichs Botschafter zum Anschlag

Lessing hatte gemeinsam mit dem Botschafter einen Termin bei Sir Eric Pickles, dem Holocaust-Beauftragten der britischen Regierung, sagte sie dem “Standard”: “Wir saßen in seinem Büro, da wurden wir via Bildschirm informiert, dass die Sitzung des House of Commons plötzlich unterbrochen wurde. Dann wurden wir von Sicherheitskräften, mit britischem Understatement, informiert, dass ein ‘incident’ vor dem Parlament passiert sei, und wir wurden gebeten, in die Central Hall zu gehen. Alles geschah sehr ruhig und professionell, in kürzester Zeit hat man uns in Sicherheit gebracht.”

Parlamentsmitarbeiter und Polizei agiert sehr professionell

An die 800 Menschen hätten sich zu dem Zeitpunkt im Parlament befunden. “Die Kindergruppen hat man zuerst evakuiert, die Erwachsenen blieben einige Stunden in der Central Hall, eine Pastorin und Helfer verteilten Wasser”, sagte Lessing. Die Menschen hätten sich über das Internet informiert. Das sei nicht einfach gewesen, “weil die mobilen Netze immer wieder zusammenbrachen”. Als dann klar war, was passiert war, habe sich “sehr rasch Schock und Trauer breitgemacht”, ergänzte Eichtinger. Die Stimmung sei “sehr bedrückt” und “sehr traurig” gewesen. Auch der Botschafter bestätigte, dass die Parlamentsmitarbeiter und Polizei sehr professionell agiert hätten.

“London trauert, obwohl es, so scheint mir, nicht überrascht ist”

Der Attentäter war am Mittwochnachmittag auf der Westminster-Brücke neben dem Parlament mit einem Auto in eine Gruppe Passanten gerast, später krachte der Wagen in den Zaun des Parlaments. Anschließend griff der Mann auf dem Parlamentsgelände einen Polizisten mit einem Messer an. Er tötete vier Menschen, 40 wurden verletzt. Wie der Attentäter in den Innenhof des Parlaments gelangen konnte, ist noch unklar. “Das Parlament ist sehr, sehr gut gesichert”, berichtete der Botschafter. Es gebe strikte Einlasskontrollen, beim Eingang stünden immer zwei Polizisten. Nach den Anschlagen 2005 seien die Wunden schon etwas vernarbt, erklärte Eichtinger, aber es sei den Londonern immer bewusst gewesen, dass es wieder zu Terror kommen könnte. Ähnlich äußerte sich Lessing: “London trauert, obwohl es, so scheint mir, nicht überrascht ist. Viele meiner Bekannten haben nach den Anschlägen von Paris, Brüssel, Nizza und Berlin fast erwartet, dass so etwas irgendwann auch wieder in London passieren würde.”

(APA/Red.)

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