Lokalaugenschein am Flughafen Wien-Schwechat

Schwechat: "Gestrandete" schließen sich zu Gemeinschaften zusammen
Schwechat: "Gestrandete" schließen sich zu Gemeinschaften zusammen - © APA
Am Dienstagvormittag herrschte im Terminal 1 (AUA) auf dem Flughafen Wien viel Betrieb. Am Tag nach der Wiederaufnahme des Flugbetriebs hatten sich zum Teil lange Passagierschlangen gebildet. Manche der “gestrandeten” Passagiere griffen unterdessen zur Selbsthilfe.

Bei Austrian Airlines standen vorübergehend sowohl an den Ticket- als auch an den Check-in-Schaltern Hunderte Menschen an. Die Schlange für Passagiere auf Warteliste reichte am Vormittag sogar fast bis zum Eingang von Parkhaus 3. Dabei hatte die AUA laut Sprecher Martin Hehemann “alle Schalter voll besetzt”. Entlastung brachte die gegen 10.30 erfolgte Wiedereröffnung der Quick Check-in-Automaten für Passagiere, die nicht auf Warteliste standen. Web- und SMS-Check-in waren ebenfalls wieder möglich, so Hehemann.

Während auch im Terminal 1A (u.a. Air Berlin und Fly Niki) reger Betrieb herrschte, ging es im Terminal 2 weit ruhiger zu. Das lag wohl auch daran, dass es bei British Airways und Air France/KLM nach wie vor “all flights cancelled” hieß. An den Schaltern der Franzosen bzw. Niederländer sowie von Turkish Airlines gab es lediglich kleinere Menschenschlangen.

“Gestrandete” ergreifen Selbsthilfe

Zur “Selbsthilfe” hat eine “gestrandete” Passagierin gegriffen. Sie hatte es sich zur Aufgabe gemacht, auf eigene Faust einen Bustransport nach Skandinavien zu organisieren. Das Mietwagenunternehmen EasyMotion agierte unterdessen weiterhin mit einem “Fahrplan” in europäische Städte.

“Bus to Copenhagen, Stockholm, Oslo” hatte die nach eigenen Angaben “starke Frau” auf einen Zettel geschrieben. Sie lief damit durch die Abflughallen ebenso wie durch alle Lokale auf dem Airport, um nach ebenfalls “gestrandeten Leidensgenossen” zu suchen. 20 Interessenten hätten sich bereits gefunden, sagte die in Schweden lebende gebürtige Tschechin am späten Vormittag. Etwa doppelt so viele sollten es aus Rentabilitätsgründen werden. “Dann werde ich einen Autobus organisieren.”

“Berlin 350, Brüssel 400, Paris 500, London 600 Euro”. Um diese Preise pro Person bot EasyMotion in der Ankunftshalle des Flughafens Wien Fahrten per Mietwagen und mit Chauffeur in die jeweiligen europäischen Städte an. Es werde versucht, Gruppen zu bilden, sagte ein Mitarbeiter. Für Einzelreisende könne der angebotene Tarif rein wirtschaftlich nicht gelten. Am Dienstag waren um 20.00 Uhr Touren in die belgische und französische Hauptstadt sowie nach Calais zu den Fähren über den Ärmelkanal vorgesehen. Das Angebot bestehe seit dem Wochenende und werde “sehr gut angenommen”, hieß es bei EasyMotion.

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