Lobenswert: Gratis-Museen in Frankreich

Österreich denkt über einen Gratis-Tag pro Monat im Museum nach. Frankreich denkt da in größeren Maßstäben: Das erste Halbjahr 2008 ist in 14 Nationalmuseen für Besucher kostenlos.

Anfang dieses Jahres verhieß die österreichische Bundesregierung in ihrem Koalitionsabkommen die Einführung eines eintrittsfreien Tags für alle Bundesmuseen. Dies sollte zwölfmal pro Jahr und gegen Kostenersatz aus dem Bundesbudget erfolgen.

Die verstärkte Anbindung der Museen an das Publikum wäre das Ziel. Die Umsetzung steht allerdings noch in den Sternen.

Was in Österreich erst angedacht wurde (das MAK bietet bereits jeden Samstag freien Eintritt), ist bereits in Großbritannien und demnächst auch in Frankreich Realität.

Ab Jänner 2008 testet Frankreich ein halbes Jahr lang einen Gratiseintritt in 14 Nationalmuseen, Das wurde von dem Pariser Kulturministerium bekanntgegeben.

Kultur ohne Kosten

In Paris und Umgebung werden von 1. Jänner bis 30. Juni die Dauerausstellungen in den Museen Guimet (asiatische Kunst), Cluny (Mittelalter), Saint-Germain-en-Laye (Archäologie) und Ecouen (Renaissance) sowie im Kunst- und Gewerbemuseum und dem Luftfahrtmuseum Le Bourget kostenfrei zu besuchen sein.

Der Staat zahlt

Grundsätzlich kostenpflichtig sind weiterhin das Centre Pompidou, das Musée d’Orsay, das Musée du Quai Branly und der Louvre. Freien Eintritt bieten sie, dem Beispiel des Louvre folgend, allerdings für 18- bis 25-Jährige an je einem Tag pro Woche von 18.00 bis 21.00 Uhr. Außerhalb von Paris sollen ab Jänner unter anderem einzelne Museen in Toulon, Dijon sowie einige Schlösser und historische Gebäude frei zugänglich sein.

Den auf zwei bis drei Mio. Euro geschätzten Verlust übernimmt das Kulturministerium.

Mit dem Konzept des freien Eintritts ist Großbritannien schon seit längerem erfolgreich: Seit 2001 sind hier die Permanentausstellungen sämtlicher Nationalmuseen kostenfrei zugänglich. Bereits nach den ersten sieben Monaten wurde eine Steigerung der Besucherzahl um 62 Prozent vermerkt. Einnahmeverluste werden vom Staat entschädigt.

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen