Live zur Flüchtlingskrise: Frau, Kind und Baby vor Lesbos ertrunken

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Flüchtlinge in einem Auffanglager auf Lesbos
Flüchtlinge in einem Auffanglager auf Lesbos - © APA
Flüchtlingsunglück vor Lesbos: Vor der griechischen Insel sind erneut eine Frau, ein Kind und ein Baby bei ihrer Flucht nach Europa ertrunken. Wir berichten auch heute wieder live vom Geschehen in der Flüchtlingskrise.

Die drei Leichen wurden von Tauchern unter einem gekenterten Boot vor der Insel in der Ostägäis gefunden, wie das Schifffahrtsministerium in Athen am Mittwoch mitteilte.

Rettungsaktion: 21 Flüchtlinge gerettet

Die Küstenwache habe nach einer Warnung durch ein türkisches Patrouillenboot eine Rettungsaktion gestartet und 21 weitere Insassen des Bootes gerettet. Nach Angaben der Überlebenden, die zurück in die Türkei gebracht wurden, fehlten drei Passagiere. Die Nationalität der Opfer war zunächst unbekannt. Es war auch unklar, ob die Frau, das Mädchen und das Baby verwandt waren.

Lesbos ist in den vergangenen Monaten zum Hauptanlaufpunkt für Flüchtlinge geworden, die von der Türkei über Griechenland nach Mittel- und Nordeuropa zu gelangen versuchen. Seit Jahresbeginn trafen mehr als 450.000 Flüchtlinge in Griechenland ein.

Unglücke zwischen Türkei und Griechenland

Obwohl es nur wenige Kilometer vom türkischen Festland bis zu den griechischen Inseln sind, gibt es immer wieder tödliche Unglücke, weil die eingesetzten Schlauchboote oft überladen und nicht seetauglich sind. Am vergangenen Freitag war vor Lesbos ein einjähriger Bub ertrunken. Anfang September hatten Fotos des dreijährigen syrischen Flüchtlingsjungen Ailan, dessen Leiche am Strand des türkischen Urlaubsortes Bodrum angeschwemmt wurde, weltweit Bestürzung ausgelöst.

Flüchtlingskrise bei EU-Gipfel Thema

Die EU-Staats- und Regierungschefs befassen sich beim EU-Gipfel am Donnerstag zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen mit der Flüchtlingskrise. Der auf einen Tag angesetzte Gipfel beginnt am Nachmittag. Auf der Tagesordnung stehen in der Flüchtlingsfrage die Unterstützung von Transit- und Herkunftsländern und die Zusammenarbeit mit der Türkei. Zudem geht es um die stärkere Sicherung der EU-Außengrenzen sowie die schnellere Abschiebung von Flüchtlingen, die nicht asyl-oder schutzberechtigt sind.

(apa/red)

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