LIVE-Ticker: Streit und Unruhen rund um Flüchtlingskrise

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Liveticker zur Flüchtlingskrise
Liveticker zur Flüchtlingskrise - © APA/AFP/ROBERT ATANASOVSKI
Während die deutsche Regierung über Schutzlockerungen streitet, ist es in einem australischen Asyllager zur Unruhen gekommen. Wir berichten weiter live über die aktuellen Geschehnisse.

Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) erhält für seinen umstrittenen Vorstoß für einen eingeschränkten Schutz syrischer Flüchtlinge zunehmend Unterstützung aus der Union. CSU-Chef Horst Seehofer und Finanzminister Wolfgang Schäuble schlossen sich de Maiziere an und forderten, Syrern nur noch einen sogenannten subsidiären Schutz zu gewähren.

Begrenzter Aufenthalt in Deutschland?

Das bedeutet, den Aufenthalt auf ein Jahr zu begrenzen und den Familiennachzug zu verbieten. Laut SPD-Chef Sigmar Gabriel kann seine Partei zu de Maizieres Vorstoß zunächst nichts sagen, weil das Thema bisher nicht besprochen worden sei. Der Flüchtlingsbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Peter Altmaier (CDU), erklärte am Sonntag, die Verfahren für Syrer würden weiter wie bisher behandelt.

“Thomas de Maiziere hat recht”, sagte Seehofer der “Süddeutschen Zeitung” (Montag). “Wir müssen wieder nach dem Gesetz handeln und den Flüchtlingsstatus jedes Syrers genau prüfen.” Schäuble wies am Sonntagabend in der ARD-Sendung “Bericht aus Berlin” darauf hin, dass dies internationalem und europäischem Recht entspreche: “Wir müssen natürlich den Familiennachzug begrenzen, denn unsere Aufnahmekapazität ist ja nicht unbegrenzt”, sagte er. “Ich halte das für eine notwendige Entscheidung und ich bin sehr dafür, dass wir sehr rasch uns darüber in der Koalition verständigen.”

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Streit in der deutschen Regierung

Gabriel lehnte dies im “Bericht aus Berlin” jedoch ab. Die SPD werde dazu jetzt nicht Ja sagen, weil das nie besprochen worden sei. “Im Gegenteil, es ist das Gegenteil besprochen worden. Und niemand kann von der SPD erwarten, dass wir so im 24-Stunden-Takt mal öffentlich zu irgendwelchen Vorschlägen Ja oder Nein sagen.” Gabriel warnte davor, den Eindruck entstehen zu lassen, “dass wir, ein bisschen lax gesprochen, jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf treiben”.

Der deutsche Justizminister Heiko Maas (SPD) forderte in der ZDF-Sendung “Berlin direkt”, “das, was man beschlossen hat, erst mal umzusetzen, bevor bereits die nächsten Vorschläge gemacht werden”. Dagegen sagte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Ansgar Heveling (CDU), der “Rheinischen Post” (Montag), der Sekundärschutz für Syrer bleibe sicherlich auf der Tagesordnung.

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer vertrat in der “Passauer Neuen Presse” (Montag) die Auffassung, de Maizieres Position sei “völlig korrekt”. “Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. In den Beschlüssen des Koalitionsgipfels ist die Aussetzung des Familiennachzuges für Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz ein wesentlicher Punkt. Das war unstrittig zwischen den Parteivorsitzenden von CDU, CSU und SPD.” Dies müsse jetzt umgesetzt werden. “Sonst schaffen wir weitere Anreize”, und der Flüchtlingszuzug werde sich weiter vergrößern, so Scheuer.

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Liveticker zur Flüchtlingskrise

Unterstützung erhielt de Maiziere auch vom FDP-Vorsitzenden Christian Lindner. “Kriegsflüchtlinge sollten zunächst nur einen vorübergehenden Schutz erhalten”, sagte dieser der Deutschen Presse-Agentur (dpa). “Dieser Schritt hätte auch eine hohe symbolische Wirkung, um die Sogwirkung nach Deutschland zu reduzieren.”

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, nannte de Maizieres Vorstoß in der “Bild”-Zeitung (Montag) “keine dumme Idee”. “Wir müssen den Familiennachzug begrenzen. Unsere Kapazitäten sind endlich.”

(Red./APA)

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