Life Ball 2015 unterstützt HIV-Hilfsprojekt für Hirtenbuben in Lesotho

In diesem Jahr wird im Rahmen des Life Balls ein Programm unterstützt, damit Hirtenbuben aus dem Hochland von Lesotho abends eine Schule besuchen können.
In diesem Jahr wird im Rahmen des Life Balls ein Programm unterstützt, damit Hirtenbuben aus dem Hochland von Lesotho abends eine Schule besuchen können. - © APA/Life Ball
Jedes Jahr werden beim Wiener Life Ball besondere Projekte ausgezeichnet, die sich im Kampf gegen Aids einsetzen. In diesem Jahr wird ein Programm unterstützt, damit Hirtenbuben aus dem Hochland von Lesotho eine Schule besuchen können.

Neben Bildung erhalten die Kinder auch Schulung im Umgang mit dem HI-Virus, denn mehr als 37.000 Kinder unter 14 Jahren leben laut Gesundheitsministerium im afrikanischen Land mit der Infektion. Die Aufklärung spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Denn schon im Alter von fünf Jahren kümmern sich die Kinder in der Einsamkeit von Lesothos abgelegenem Hochland um das Vieh. Etwa 15.000 Hirtenbuben verlassen ihre Familien und ihr Zuhause, um in einfachen Hütten zu leben. Sie kehren erst nach Jahren als Teenager wieder zu ihren Familien zurück. 29 Prozent haben nie eine Schule besucht, in einem bestimmten Gebiet beträgt dieser Anteil sogar 62 Prozent. Nur 56 Prozent der Buben können lesen und schreiben. Für die Kinder ist es fast unmöglich, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen, da die Aussichten auf Beschäftigung äußerst schlecht sind.

Life Ball: Unterstützung für Kinder in Lesotho

Um die Kinder und ihre Familien zu unterstützen, wurde 2006 vom britischen Prinz Harry und Prinz Seeiso von Lesotho die Organisation “Sentebale” (“Vergiss mein nicht”) gegründet. Damit wurde ermöglicht, dass die Hirtenbuben untertags auf die Weideplätze gehen und sich um ihr Vieh kümmern können, am Abend besuchen sie eine von zwölf Schulen, die vom “Herd Boys Programme” von “Sentebale” gefördert wird. In diesem Jahr wird “Sentebale” der mit 100.000 Euro dotierte Preis “Crystal of Hope” überreicht.

Trotz der späten Stunde und Temperaturen unter null Grad nehmen die Schüler Fußwege von bis zu zwei Stunden in Kauf, um am Unterricht teilzunehmen. Dort werden mehrere Kurse zum Thema sexuelle und reproduktive Gesundheit und HIV/Aids angeboten, damit die Buben die Übertragung und das Leben mit dem HI-Virus verstehen. HIV-Tests werden ebenso durchgeführt wie Beratungsgespräche. “Kaum vorstellbar wie müde sie sein müssen, und trotzdem verbringen sie noch Stunden im Klassenzimmer. Sie sind keine Bittsteller, die bedauert werden müssen oder bedauert werden wollen. Sie sind stolze junge Menschen. Stolz auf ihre Tradition, aber mit einem starken Bewusstsein dafür, dass es auch ein Leben nach dem Hirtendasein gibt, das es zu meistern gilt”, zeigte sich Life Ball-Organisator Gery Keszler beeindruckt.

HIV ungehindert ausgebreitet

Derzeit profitieren über 500 Hirtenbuben von den Abendschulen und lernen Schreiben, Lesen und Rechnen. Im vergangenen Geschäftsjahr hat die Organisation 1.000 Englisch- und Wörterbücher besorgt und verteilt, sodass damit begonnen werden konnte, in den Abendschulen auch Englisch zu unterrichten. “Als ich ein Hirtenbub war, hatte ich nicht die Möglichkeit, in die Schule zu gehen”, erzählte Schulleiter Julius Mojoro. “Ich habe so viel Leid aufgrund der Behandlung der Hirtenbuben gesehen, dass ich beschlossen habe, eine Abendschule zu gründen, wo ich ihnen beibringen kann, wie man liest und schreibt. ”

Denn auch aufgrund der gebirgigen Lage konnten sich in Lesotho Stigmatisierung und Gerüchte über HIV ungehindert ausbreiten. Das hat dazu geführt, dass viele, die ihre Erkrankung zugeben, von der Gemeinschaft, ihrer Familie und Freunden ausgeschlossen und diskriminiert werden, was besonders bei den Hirtenbuben erkennbar wird. Viele haben mit psychischen Problemen wie Angst vor Stigmatisierung, Isolation oder Ablehnung zu kämpfen und leiden an den Folgen. “Durch das bergige Gelände und die teils schwer zugängigen Landstriche verbreiten sich Fehlinformationen über das Virus sehr schnell, Aufklärungsarbeit und die Verteilung von Medikamenten sind teilweise nur schwer möglich”, sagte Keszler.

Das Königreich Lesotho ist ein kleines, bergiges Land, das vollständig von Südafrika umgeben ist. Die Lebenserwartung in dem armen Land – mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt von weniger als zwei Euro pro Tag – ist die niedrigste in ganz Subsahara-Afrika. Das Land weist laut Gesundheitsministerium weltweit die zweithöchste HIV-Rate auf: Etwa 23 Prozent aller 15- bis 49-Jährigen sind mit dem Virus infiziert.

(APA)

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