Liebe möglicherweise – Trailer und Kritik zum Film

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Liebe möglicherweise – Trailer und Kritik zum Film
Das Leben ist ein Mosaik, das sich aus kleinen Steinchen zusammensetzt: In seinem Episodenfilm “Liebe möglicherweise” passt Michael Kreihsl (“Heimkehr der Jäger”) diese verschiedenen Elemente zu einem großen Panoptikum des modernen Stadtlebens – unaufgeregt, unprätentiös und dabei zutiefst stimmig. Am Freitag läuft das stark besetzte Ensemblewerk in den heimischen Kinos an.

Zu Beginn pulst sich das Geschehen in den Rhythmus der Erzählung ein, schälen sich aus dem Gesichterwirrwarr der Großstadt Einzelne heraus, bei denen der Strom der Erzählung verweilt und durch das Aufnehmen eines Fadens nach dem anderen langsam ein Netz knüpft. In diesem sind letztlich alle Knotenpunkte miteinander verbunden und bleiben doch in ihrem Wesen getrennt voneinander.

Liebe möglicherweise – Die Handlung

Familienvater Michael (Devid Striesow) wirft seinen Job hin und lenkt sein Interesse stattdessen auf die sinnliche Leila (Edita Malovcic), Josefstadt-Schauspielerin und Freundin seines Kumpels Roland (Norman Hacker). Der leidet nicht nur unter der beginnenden Affäre, sondern auch unter seinem einsamen Vater – interpretiert von einem großartigen Otto Schenk, der nicht “nur” Otto Schenk spielt, sondern seine Rolle voll und ganz ausfüllt.

Auf der anderen Seite ist Michaels Ehefrau, die Ärztin Monika (Silke Bodenbender), die Leidtragende, die zugleich in ihrem Spital gegen den Tod des verunglückten Burschen Martin (Joshua Opernschall) kämpfen muss, dessen Mutter (Gerti Drassl) tagein tagaus an seiner Seite ausharrt – einen erratischen, unbekannten Besucher (Francis Okpata) an ihrer Seite. Und da ist noch Michaels und Monikas Tochter (Jana McKinnon), die mit dem Erwachsenwerden und der Krise ihrer Eltern hadert.

Liebe möglicherweise – Die Kritik

Dieses Wimmelbild aus modernen Menschen im Wien von heute gestaltet der österreichische Regisseur und Drehbuchautor Michael Kreihsl denkbar undramatisiert. Vieles kommt ohne Worte aus, und schnelle Sprünge führen ohne lange Umschweife zum Kern eines Gesprächs. Das besteht dann oftmals aus blöden Streits und kindischem Verhalten – was man als Zuseher nur zu gut wiedererkennt. Und zugleich sind alle Charaktere stimmig in sich, verständlich, menschlich in ihrer Suche nach Geborgenheit und der Angst vor dem Tod.

Analog zum erzählerischen Duktus des Films sind die Bilder von Kameramann Reinhold Vorschneider (“Der Räuber”) gestaltet. Sie sind ebenso unaufgeregt, scheinbar unspektakulär und doch stets durchdacht konzipiert, wenn die Kamera oftmals eine moderat-voyeuristische Perspektive einnimmt und doch niemals in eine pseudoauthentische Handkameraästhetik verfällt. So greifen Form und Inhalt vollkommen nahtlos ineinander. “Liebe möglicherweise” ist ehrlich, beschönigt nichts am Menschen und seinem Verhalten. Zugleich ist der Film aber auch nicht liebloser, defätistischer als es der Lage angemessen wäre. Er ist schlicht wahrhaftig.

>> Alle Filmstartzeiten zu “Liebe möglicherweise”

(APA)

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