“Lichtermeer” für Flüchtlinge: Österreich zeigt Solidarität

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Flüchtlinge - Rund 700 Menschen bei Solidaritäts-Lichtermarsch Graz
Flüchtlinge - Rund 700 Menschen bei Solidaritäts-Lichtermarsch Graz - © APA
In Wiener Neustadt und in Graz haben zahlreiche Menschen am “Lichtermeer” für Flüchtlinge teilgenommen und so Solidarität mit den Menschen, die sich derzeit auf der Flucht befinden, bekundet.

Ein von einem “Überparteilichen Komitee für Solidarität und Menschlichkeit” am Freitagabend in Wiener Neustadt veranstaltetes “Lichtermeer” ist nach Polizeiangaben ruhig verlaufen. Es habe keine Zwischenfälle gegeben, sagte ein Behördensprecher auf Anfrage.

Eine Teilnehmerzahl wurde nicht genannt. Auf Facebook hatte die Veranstaltung etwa 1.400 Zusagen. Laut Augenzeugen kamen etwa 500 Personen.Wiener Neustadt. Es sei dringend an der Zeit, wieder ein Zeichen für ein friedliches Miteinander zu setzen, losgelöst von politischem Weltbild oder Konfession, hatte es im Aufruf geheißen. 22 Jahre seien seit dem letzten “Lichtermeer” in Wien vergangen, betonten die Organisatoren. Die Veranstaltung auf dem Wiener Neustädter Hauptplatz wurde für Menschen in Not und solche, die Schutz suchen abgehalten.

Rund 700 Menschen bei Solidaritäts-Lichtermarsch Graz

Rund 700 Menschen haben Freitagabend in Graz laut Polizei am Lichtermarsch “Flüchtlinge willkommen – Lichter für Solidarität” – veranstaltet von einem Bündnis aus politischen, religiösen, zivilgesellschaftlichen und ehrenamtlichen Organisationen – teilgenommen. Altbürgermeister Alfred Stingl (SPÖ) rief “zum Eintreten für Menschenrechte als Menschenpflicht” auf.

Stingl sagte in seiner Ansprache am Lendplatz, ihn freue besonders die “Zusammenkunft der Generationen hier am Lendplatz” und dass vor allem junge Menschen die Initiative ergriffen hätten – sowohl in der freiwilligen Hilfe für Flüchtlinge als auch in der Organisation des Marsches: “Das ist ein gutes Zukunftszeichen”. Stingl rief die Europäische Union auf, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein. “Das muss jedes der 28 EU-Länder tun, wir brauchen schon in den nächsten Tagen brauchbare Lösungen”. Stingl – dessen menschliche Strahlkraft in Graz am Applauspegel ablesbar war – schloss seine Rede mit einem erweiterten Zitat von Bertha von Suttner, angesichts der Kriege, die Flüchtlingsströme auslösen: “Die Waffen nieder und die Waffenproduktion einstellen”.

Die Marschroute führte vom Lendplatz über die Hauptbrücke zur Abschlusskundgebung mit anschließendem Fest am Schloßbergplatz. Auffallend viele junge Menschen nahmen am Marsch teil, ausgerüstet mit Fackeln und Kerzen. Die vor dem Start gesammelten Spenden werden laut Volkshilfe-Präsidentin Barbara Gross dem Interkulturellen Beratungs- und Therapiezentrum Zebra übergeben, das langjährige Erfahrung in der Unterstützung von Migranten besitzt.

(APA)

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