Letzte Nocht woa ka schware Partie: Seiler und Speer im Wiener Gasometer

Christopher Seiler, die eine Hälfte von Seiler und Speer, hier beim Auftritt bei "Voices for Refugees" am Heldenplatz
Christopher Seiler, die eine Hälfte von Seiler und Speer, hier beim Auftritt bei "Voices for Refugees" am Heldenplatz - © VIENNA.at/Florian Wieser
Definitiv “ka schware Partie” für die Durchstarter Seiler und Speer: Ihre “Weihnachs-Show” in der ausverkauften Bank Austria-Halle im Wiener Gasometer gestaltete sich zu einem einzigen Triumphzug für die Edelproleten-Shootingstars aus Bad Vöslau (NÖ), die mit ihrem Überraschungs-Hit “Ham kummst” gerade die Charts stürmen.


Stürmisch war auch das Konzert – und vor allem der Publikumsjubel: Die treue Fangemeinde des erst 2014 gegründeten Duos sang jede, aber auch wirkliche jede Textzeile jedes Songs enthusiastisch mit.

“Ham kummst”: Seiler und Speer im Höhenflug

Kabarettist Christopher Seiler und Filmemacher Bernhard Speer sind offensichtlich angetreten, um jetzt auch live zu beweisen, dass sie nicht zwei Kleinkunst-“Kasperl” sind, die durch ein alkoholgetriebenes One Hit-Wonder – eben “Ham kummst” – kurz in die Höhenluft der Austro-Charts katapultiert wurden.

Gemeinsam mit ihrer exzellenten Band setzen sie vor Publikum ihre Lieder beeindruckend um. Die Texte – die Schicksale, Situationen und Menschen, über die sie erzählen – sind meist gar nicht so lustig, wie man wegen “Ham kummst” annehmen könnte (wobei es in der genialen Nummer ja in Wahrheit auch um Trennung und Verzweiflung geht).

“Soist lebn”: Höhepunkt beim Gasometer-Konzert

Die fünfköpfige Band – im Gasometer um drei Chor-Girls erweitert – heißt übrigens “MeliBar-Combo”, benannt nach einem Tanzcafe in Leobersdorf nahe Bad Vöslau, woher das Duo stammt. Ein perfektes Biotop etwa für die Trinker-Hymne “Soist lebn”. Da werden schnell Erinnerungen an Dr. Kurt Ostbahns “Cafe Rosi” samt dessen desillusionierten “Bewohnern” wach.

Aber natürlich dominiert an dem Abend im Endeffekt doch der Kult-Hit “Ham kummst” – der Verzweiflungsschrei nach der geliebten “Gitteeeh” dröhnt schon vor Beginn des Auftritts Fan-seitig immer wieder durch das Gasometer. Auch hier drängen sich sofort Parallelen auf: natürlich zu den traditionellen “Wolferl”-Sprechchören bei Auftritten von Wolfgang Ambros. “Ham kummst” selbst gerät als Zugabe zu einem mitreißenden Zehnminüter, mit Seiler und Speer am Ende in Triumphpose auf den Monitorboxen an der Bühnenkante.

Nächste Konzerte von Seiler und Speer

So wie es aussieht, wird man von den beiden Herren noch viel hören – und das ist gut so. Die zwei letzten Gelegenheiten in diesem Jahr: am 11. Dezember in Maria Anzbach (“Schönbecks”) und am 19. Dezember in St. Pölten (“VAZ”). Bis dahin bleibt noch einige Regenerationszeit: Denn es kann gut sein, dass es nach den wohl unvermeidlichen Feiern des Gasometer-Triumphs dann wohl doch noch “a schware Partie” für Seiler und Speer geworden ist.

(apa/red)

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