Leitungsduo fürs MAK Wien: Thun- Hohenstein und Mitterlehner-Marchesani

Das MAK Wien hat eine neue Führung
Das MAK Wien hat eine neue Führung - © APA (Sujet)
Er bleibt dem Museum für Angewandte Kunst in Wien erhalten: Der Vertrag des bisherigen MAK-Direktors Christoph Thun-Hohenstein als wissenschaftlicher Leiter des Hauses wurde verlängert.

Ihm zur Seite steht künftig Teresa Mitterlehner-Marchesani als neue kaufmännische Geschäftsführerin. Das teilte Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) am Mittwoch in einer Pressekonferenz mit.

“Vieraugenprinzip” für das MAK Wien

“Wir haben wie bei den anderen Museen den Weg beschritten, ein echtes Vieraugenprinzip einzuführen”, erläuterte Ostermayer ob der neuen Position der kaufmännischen Leitung. Der Vertrag von Thun-Hohenstein und Mitterlehner-Marchesani läuft ab 1. September für eine Dauer von fünf Jahren. Insgesamt hat es für die beiden Geschäftsführungspositionen 39 Bewerbungen (23 von Männern, 16 von Frauen und insgesamt 14 aus dem Ausland) gegeben.

Die Entscheidung von Ostermayer wurde von einer Findungskommission vorbereitet, der neben dem Vorsitzenden Johann Sereinig auch Martin Roth, Direktor des Victoria and Albert Museum in London, die Künstlerin Brigitte Kowanz, der kaufmännische Geschäftsführer des Burgtheaters Thomas Königstorfer sowie Andrea Ecker, Leiterin der Kunst- und Kultursektion im Bundeskanzleramt, angehörten. “Der Vorschlag war einstimmig und eindeutig”, betonte Ostermayer. Mitterlehner-Marchesani ist aktuell Leiterin der Marketingabteilung des Wien Museums.

“Traum” für Thun-Hohenstein: “Aufbauarbeit fortsetzen”

Für Christoph Thun-Hohenstein geht mit seiner Verlängerung als wissenschaftlicher Leiter des Museums für Angewandte Kunst in Wien “ein Traum in Erfüllung”, wie er betonte. “Ich bedanke mich für das Vertrauen und freue mich, dass die Aufbauarbeit des Hauses fortgesetzt werden kann.” Seit 2011 steht er dem MAK vor. Neu an seiner Seite ist ab Herbst Teresa Mitterlehner-Marchesani (47): Neben ihrer aktuellen Tätigkeit als Marketingleiterin für das Wien Museum, die sie seit 2012 ausübt, zählen zu ihren Karrierestationen etwa Vienna Ateliers sowie das Belvedere. “Sie hat die Anforderungen in höchstem Ausmaß erfüllt”, sagte Johann Sereinig, Vorsitzender der Findungskommission.

Mitterlehner-Marchesani selbst freute sich, “zum jetzigen Zeitpunkt an dieses Haus zu kommen, das sich so positiv entwickelt hat”. Angesichts des sehr ambitionierten Programms von Thun-Hohenstein für die kommenden Jahre sei es ihre Aufgabe, “die nötigen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen – organisatorisch wie finanziell”.

MAK will Eigenerlöse steigern

Man müsse weiterhin darauf bedacht sein, die Eigenerlöse zu steigern. Das könne der künftigen kaufmännischen Geschäftsführerin zufolge etwa über das Ticketing und den Shop, aber auch Vermietungen und Fundraising passieren. Letzteres wolle man gemeinsam in eine neue Struktur gießen, unterstrich auch Thun-Hohenstein. Zudem sind weitere Einreichungen für einige EU-Förderungen geplant: “Auch hier hoffen wir auf positive Ergebnisse.”

Auf die Frage, ob sie mit der derzeitigen Subventionierung des MAK durch den Bund zufrieden sei, antwortete Mitterlehner-Marchesani diplomatisch: “Geben Sie mir ein paar Wochen, mich einzuarbeiten. Dann kann ich eine solidere Antwort geben.” Unabhängig davon wolle man mit einer Förderung der Digitalisierung “das Haus weiter öffnen und Kontaktpunkte schaffen. Auch hier gilt es sicherzustellen, dass die nötige Finanzierung vorhanden ist. Je besser das MAK positioniert und geöffnet ist, umso besser wird das funktionieren, auch von der Ertragsseite.”

(apa/red)

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