Leitl mit China-Reise zufrieden

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Es wurden Abkommen in Höhe von 1,5 Mrd. Euro abgeschlossen
Es wurden Abkommen in Höhe von 1,5 Mrd. Euro abgeschlossen - © APA (BUNDESKANZLERAMT)
Der scheidende Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl (ÖVP) hat am Samstag eine positive Bilanz der kürzlichen Chinareise einer großen österreichischen Delegation mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen an der Spitze gezogen. Für Österreich eröffneten sich neue Geschäftsfelder und Chinas Prestigeprojekt der neuen Seidenstraße sei keine Einbahnstraße, sagte Leitl im Ö1-“Mittagsjournal.

Politik und Wirtschaft wollte Leitl, unter anderem auf Menschenrechtsverletzungen in China angesprochen, nicht miteinander vermischen, auch wenn er solche bei der Reise angesprochen habe. Mit erhobenem Finger solle man aber nicht auftreten. Er sei in Wirtschaftsmission und nicht in Politmission unterwegs.

Sorgen, dass heimischen Unternehmen wegen Geschäften mit China Know-how abgezogen werden könnte, hat Leitl keine großen. Es sei nicht so, dass jemand komme und Know-how absauge und dann wieder geht. “Das ist in überwiegender Mehrheit nicht gegeben”, sagte der Wirtschaftskammerchef.

Die Reise habe bestimmt auch der zum Teil Kammerkritischen FPÖ, bzw. deren mitgereisten Politikern gezeigt, wie sinnvoll und nützlich die Arbeit der Wirtschaftskammer sei. Die WKÖ würde von den Freiheitlichen bestimmt in anderer Weise gesehen als noch vor wenigen Monaten, so Leitl. Es wurden Investitions- und Handelsabkommen in Höhe von 1,5 Mrd. Euro abgeschlossen. Die Zahlen sollen, so Leitl, aber auch nicht überbewertet werden.

Dass es mit dem angeblichen Ziel Österreichs mit einer größeren Teilhabe an der Seidenstraße Chinas nichts wurde, weil China auf die Berücksichtigung seiner Kerninteressen bestanden haben soll, kommentierte Leitl nicht direkt. Er betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit rund um das Megaprojekt des Reiches der Mitte, die eben keine Einbahnstraße sei und gleichen Marktzugang in beide Richtungen biete. Dann gehe es im Wettbewerb um die besten Projekte, die besten Ideen und die besten Investitionen.

Der bald bevorstehende Rückzug als oberster WKÖ-Vertreter bringt Leitl auch etwas Wehmut. Wenn es diese Wehmut nicht gebe, wäre man nicht mit Herz dabei gewesen, so Leitl. Gelindert werde die Wehmut damit, dass ein “wohlbestalltes Unternehmen” übergeben werde. Leitl bleibt, wenn er nicht mehr WKÖ-Präsident und von Harald Mahrer (ÖVP) abgelöst worden ist, noch weiterhin Präsident des europäischen Wirtschaftskammerverbandes Eurochambres.

(APA)

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