4. Oktober 2012 09:53; Akt.: 4.10.2012 13:20

Leitl für Visafreiheit für Russen und Türken

Wien. – Wirtschaftskammerpräsident Leitl wünscht sich Visafreiheit für Russen – und auch für Türken. “Natürlich müsste es eine Lösung im Rahmen der gemeinsamen Visapolitik in der EU (Schengen) geben, aber aus österreichischer Sicht erschiene mir Visafreiheit dringend geboten” sagte Leitl im Rahmen einer Wirtschaftsmission nach Russland im Gespräch mit der APA.

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Gerade Touristen, aber auch Unternehmer aus Russland würden sich woanders hin orientieren, wenn es zu mühsam ist, nach Europa einzureisen. “Selbst die sonst so ängstlichen US-Behörden” würden Drei-Jahres-Visa erteilen, vergleicht er.

Visafreiheit für Türken

Leitl bekannte sich auch zur Visafreiheit für Türken, wie sie kürzlich der türkische Wirtschaftsminister Zafer Caglayan im Rahmen eines Österreich-Besuchs gefordert hat. “Wenn jemand etwas anstellen will, kommt er eh nicht offiziell. Ein großer Fisch wird nie von der Visumpflicht abgehalten, wenn er etwas Unredliches machen will” argumentiert Leitl. Natürlich müsse es im Gegenzug auch Visafreiheit für EU-Bürger in diesen Staaten geben.

Enge Kooperation mit Russland

Grundsätzlich sieht Leitl “eine sehr enge Kooperation mit Russland als Ausweg aus der europäischen Krise, weil wir uns ganz toll ergänzen”. Westliche Technologie und Know-how könnten sich mit den gewaltigen russischen Ressourcen und Talenten verbinden. Das könnte bei enger Kooperation beiden Seiten gewaltige Vorteile in der Globalisierung bringen. Aber Leitl denkt noch großräumiger: Eine geostrategische Kooperation mit Russland, der Ukraine und der Türkei bis Nordafrika würde eine große Wirtschaftszone schaffen.

Leitl hat keine Bedenken

“Ich weiß schon, dass eine große europäische Wirtschaftszone mit Einschluss unserer Nachbarn eine Vision ist – aber eine, die Europa eine neue Perspektive geben kann. Nicht in ein, zwei Jahren, aber in einem Jahrzehnt kann man schon einiges bewegen”, so Leitl. Habe man keine Strategie, könne man auch nichts verändern. Demokratiepolitische Bedenken hat Leitl keine.

 



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