Lehrpraxen kosten zwölf Millionen Euro pro Jahr

Die Finanzierung der Lehrpraxen für angehende Allgemeinmediziner ist nach der jüngst bekannt gewordenen Einigung bis zum Jahr 2020 gesichert. In diesem Zeitraum müssen Bund, Sozialversicherungen, Länder und Lehrpraxisinhaber insgesamt 24,8 Mio. Euro aufbringen, hieß es am Dienstag. Pro Jahr liegen die Kosten damit (im Vollausbau ab 2019) bei zwölf Millionen Euro pro Jahr.

Am Ende seiner Ausbildung muss jeder Allgemeinmediziner in Hinkunft ein halbes Jahr lang Praxisluft schnuppern. Pro Praktikant kostet das rund 27.000 Euro, 450 pro Jahr werden erwartet. Der Bund übernimmt 25 Prozent (gedeckelt mit 4 Mio. Euro), Länder und Kassen je 32,5, die Praxisinhaber zehn Prozent. Erste Plätze werden schon heuer finanziert, wofür rund zwei Millionen Euro vorgesehen sind.

Mit den beschlossenen Förderungen werden 75 Prozent des Gehalts plus Sonderzahlungen abgedeckt. Den Rest übernehmen die Spitäler, in denen die Ärzte noch drei Nachtdienste pro Monat absolvieren. Ihr Einkommen soll damit insgesamt ebenso hoch sein, wie zuvor im Spitalsturnus.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Kassen- und Ärztevertretern sprach Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) von einem Meilenstein, mit dem – wie im Regierungsprogramm vereinbart – die Allgemeinmedizin gefördert werde. Alexander Biach, Chef des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger, lobte das ausgezeichnete Gesprächsklima mit den Ärzten und sah in der Einigung einen Motivationsschub für den Medizinernachwuchs, in den Hausarztberuf zu starten.

Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres wünschte sich die Lehrpraxis künftig auch für Fachärzte, zeigte sich jedenfalls aber froh, dass nun für die Allgemeinmediziner die Finanzierung unter Dach und Fach sei. “Für viele ist die Lehrpraxis die schönste Zeit ihrer Ausbildung”, sagte er. Kammer-Vize Johannes Steinhart wertete die Einigung auch als Verdienst der neun Bundesländer.

Lobende Worte aus dieser Richtung formulierte Wiens Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ). “In der Arbeit vor Ort lernen die jungen ÄrztInnen nicht nur die tägliche Arbeit mit den PatientInnen kennen, sondern erhalten auch eine Einschulung in die Betriebsführung einer Praxis. Mit der gemeinsamen Finanzierung ist dieser letzte Ausbildungsschritt auf gute Beine gestellt”, erklärte sie.

(APA)

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