Legend – Trailer und Kritik zum Film

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Legend – Trailer und Kritik zum Film
Tom Hardy hat einen Hang zu düsteren und gewalttätigen Rollen. Das ist gut so, schließlich macht es Spaß, ihn darin zu sehen.

Jetzt kommt Hardy gleich doppelt ins Kino: In “Legend” spielt der 38-jährige Brite die Zwillingsbrüder Ronnie und Reggie Kray, die in den 50er- und 60er-Jahren die Unterwelt des Londoner East Ends beherrschten. Und er brilliert ab Dienstag aufs Neue im Kino.

Legend – Die Geschichte

Die Kray-Zwillinge haben in Großbritannien einen ähnlich legendären Ruf wie der hierzulande bekanntere Serienmörder Jack the Ripper. Offiziell waren sie Nachtclubbesitzer im damals verrufenen, heute hippen Osten Londons. Ihre Gang, “die Firma”, verdiente sich ihren Lebensunterhalt unter anderem mit Schutzgelderpressung. Die beiden Gangster genossen einen regelrechten Promistatus und verkehrten mit der feinen Gesellschaft Londons – auch mit hochrangigen Politikern, was sie für die Justiz über Jahre praktisch unantastbar machte.

Ihre Geschichte ist bereits aufgeschrieben, verfilmt, auf die Bühne gebracht, in Popmusik verarbeitet und parodiert worden. “Jemand sollte sich hinsetzen und ausrechnen, wie viel Geld mit Filmen und Büchern über die Kray-Zwillinge gemacht wird”, spöttelte der “Telegraph” vor dem britischen Filmstart im September, die beiden generierten heute mehr Reichtum, als sie je selbst besessen hätten.

Legend – Die Kritik

Trotzdem – oder deswegen? – nimmt Regisseur und Drehbuchautor Brian Helgeland sich des Stoffs wieder an. Er versucht gar nicht erst zu erklären, wie die Krays wurden, was sie waren, sondern stellt sie gleich als Gangster vor, die mit einer Konkurrenz-Gang um die Macht in der Londoner kriminellen Szene kämpfen. Reggie lernt Frances (Emily Browning) kennen, ein für diese Unterwelt viel zu zartes Wesen. Sie wird die Frau des Kray-Bruders und führt die Zuschauer auch als Erzählerin und moralische Kommentatorin durch die vielleicht etwas zu langen gut zwei Stunden Film.

Mode, Autos, Clubs, Musik und Straßenbild der 60er-Jahren in London bilden Helgeland und sein Team mit viel Liebe zum Detail und Sinn fürs Glamouröse nach. Bildregisseur Dick Pope und Szenenbildner Tom Conroy ernteten zurecht bereits reichlich Lob für diese Arbeit. Das Drehbuch wechselt gekonnt zwischen teils fast slapstickhafter Komödie, klassischem Gangsterfilm und Beziehungsdrama.

Doch der eigentliche Grund, sich diesen Film anzuschauen, ist Tom Hardy: als mal romantischer, mal berechnend-brutaler Schönling Reggie und als neurotischer, zu Wut- und Gewaltausbrüchen neigender Sonderling Ronnie, der mit seiner offen gelebten Homosexualität sowohl Frances als auch amerikanische Mafiabosse aus dem Konzept bringt. Teile der britischen Presse halten seine Darstellung gar für Oscar-würdig. Bemerkenswert ist auch, dass die Doppelrolle nie zu unnatürlichen Schnitten und Perspektiven zwingt, selbst wenn Ronnie und Reggie sich prügeln.

In Großbritannien und vor allem London hat “Legend” einen kleinen Kray-Hype ausgelöst, Stadtführungen durch den Osten zu ehemaligen Wohn- und Wirkungsstätten der beiden Kriminellen erhielten regen Zulauf. Kein Wunder, denn Helgeland hat keine Hemmungen, die Brüder und ihre (natürlich nicht gut endende) Geschichte zu romantisieren und am Mythos mitzubauen.

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