Ledecka vor Vonn im Training für Lake-Louise-Abfahrten

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Die Trainingsschnellste ist eigentlich eine Snowboarderin
Die Trainingsschnellste ist eigentlich eine Snowboarderin - © APA (AFP)
Die Tschechin Ester Ledecka hat am Donnerstag im Training der alpinen Skidamen für die Welcup-Abfahrten in Lake Louise am Freitag und Samstag die Bestzeit markiert. In 1:48,14 Minuten lag Ledecka 0,15 Sekunden vor US-Star Lindsey Vonn und 0,54 Sekunden vor der Liechtensteinerin Tina Weirather. Auf Rang vier folgte mit Cornelia Hütter (+0,64) die beste Österreicherin.

Ihre Landsfrau Ramona Siebenhofer wurde mit 1,43 Sekunden Rückstand Zehnte, Nicole Schmidhofer landete ex aequo mit US-Technikspezialistin Mikaela Shiffrin an der zwölften Stelle (+1,56).

Mit ihrer Trainingsbestzeit hat die Weltklasse-Snowboarderin Ledecka für Erstaunen unter den Top-Fahrerinnen gesorgt. So meinte etwa Hütter, die eine zehnmonatige Pause hinter sich hat, über die Tschechin: “Meine erste Reaktion war, dass uns jetzt die Snowboarderin ‘herbrennt’ hat. Sie kann anscheinend beides und ist sicher eine Gegnerin für morgen.”

Die 22-jährige Ledecka holte 2015 im Parallel-Slalom und 2017 im Parallel-Riesenslalom Snowboard-WM-Gold und gewann in den vergangenen beiden Saisonen die Weltcup-Parallelwertung. Ihr Alpin-Weltcup-Debüt gab sie am 6. Februar 2016 in der Garmisch-Abfahrt mit Rang 24. Rund ein Jahr später erreichte sie wieder in Garmisch mit Abfahrts-Platz 13 ihr bisher bestes Ski-Weltcup-Resultat. Beim Riesentorlauf in Sölden im vergangenen Oktober schaffte sie es nicht in den zweiten Durchgang.

Auch die Trainings-Zwölfte Schmidhofer war über Ledecka einigermaßen verwundert. Sie habe lachen müssen, als Ledecka mit Startnummer 29 zur Bestzeit raste. “Sie fährt gut Ski, aber dass sie gleich das Training gewinnt, ist fast nicht zu glauben.”

Lindsey Vonn, die 0,15 Sekunden hinter Ledecka Zweite wurde, sieht in der Tschechin eine ernsthafte Rivalin für die kommenden Rennen. “Ich muss schneller sein als sie”, meinte die Amerikanerin, die sich diesbezüglich aber optimistisch zeigte. “Ich habe hart trainiert, das Selbstvertrauen ist da und ich bin endlich gesund.”

Ihr Vorhaben, einmal in Lake Louise gegen die Abfahrts-Herren anzutreten, hat Vonn nach wie vor nicht aufgegeben. “Das ist schon ein großes Ziel für mich. Ich hoffe, ich kann es schaffen und bekomme die Unterstützung der FIS.”

Ganz andere Prioritäten hat Anna Veith – die Salzburgerin hatte über zwei Jahre lang mit schweren Verletzungen zu kämpfen. “Das erste Rennen nach einer speziellen Zeit ist schon etwas Besonderes. Beim Rauffahren mit dem Lift ist mir bewusst geworden, dass es für mich persönlich eine richtig gute Leistung ist, dass ich da bin, und dass ich nicht gleich so viel wollen sollte. Auf der anderen Seite bin ich ehrgeizig und will mich steigern”, erzählte die Trainings-16.

(APA)

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