Längere Öffnungszeiten: Kinder-Ambulatorium Augarten in Betrieb

Ambulanz für Kinder in Wien-Leopoldstadt.
Ambulanz für Kinder in Wien-Leopoldstadt. - © dpa/Sujet
Mit Anfang November startete das erste Kinder-Ambulatorium seinen Betrieb in der Leopoldstadt. Das Kindermedizinische Zentrum Augarten bietet ein breiteres Angebot und längere Öffnungszeiten – auch an Wochenenden und Feiertagen.

Weitere solche Einrichtungen sollen bald folgen, hieß es am Donnerstag. Die erste Einrichtung an der Adresse Obere Augartenstraße 56 richtet sich jedenfalls an alle Versicherten und hat etwa 50 Stunden pro Woche geöffnet.

Neben der Kernöffnungszeit von 9.00 bis 18.00 Uhr an Werktagen bleibt das Ambulatorium einmal in der Woche bis 20.00 Uhr offen, an einem weiteren Tag startet man schon um 8.00 Uhr. Außerdem kümmert sich das sieben Ärzte umfassende Team unter der Leitung von Helmuth Howanietz, der bisher eine Einzelordination geführt hat, an Sams-, Sonn- und Feiertagen zwischen 9.00 und 13.00 Uhr um kranke Kinder und Jugendliche. Damit sollen Spitalsambulanzen, bei denen man immer wieder stundenlange Wartezeiten in Kauf nehmen muss, entlastet werden.

Medizinische Leistungen für Kinder

Neben der klassischen medizinischen Versorgung bietet das Zentrum zudem weitere Leistungen, wie Ingrid Reischl, Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK), in einer Pressekonferenz erklärte. Diese werden allerdings erst in den kommenden Wochen und Monaten schrittweise angeboten. Geplant sind u.a. Kinderpsychotherapie, Logopädie und Kinderpsychologie. Außerdem werden eine Kinderkrankenschwester, eine Diätberaterin und eine Hebamme vor Ort sein.

“Wir laden aktiv ein, dass auch andere Ärzte diesen Weg mit uns gehen”, warb Wehsely um weitere Interessenten. Wobei der Weg zu einem Ambulatorium bei Pionier Howanietz kein einfacher war. Denn die Ärztekammer habe das Vorhaben jahrelang blockiert, kritisierte Wehsely einmal mehr die Standesvertretung. Diese haben den Bedarf einer solchen Einrichtung in Abrede gestellt. Fast zehn Jahre habe es gedauert, um alle Instanzen gegen das Kammer-Veto durchzufechten, berichtete die Ressortchefin.

“Einzelkämpfertum ohne Zukunft”

So schwer soll es für interessierte Mediziner bald aber nicht mehr sein, hoffte Reischl. Denn im Zuge der Finanzausgleichsverhandlungen habe man sich bereits darauf geeinigt, dass – kurz gesagt – das Vetorecht der Ärztekammer entfällt, wenn seitens der Politik ein Bedarf festgestellt wird. Insofern rechnet die WGKK-Chefin, dass bereits Anfang 2017 ein weiteres Kinderzentrum dazukommen wird. Howanietz versteht das Verhalten der Kammer übrigens nicht. “Das Einzelkämpfertum kann keine Zukunft haben” – sowohl was Effizienz als auch die Angebotsbreite anbelangt.

Abgesehen von der Leopoldstädter Anlaufstelle gibt es für Kinder und Jugendliche bereits im AKH sowie am Kaiser-Franz-Josef-Spital einen Notdienst.

(APA)

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