Kunst als Machtbeweis: “Fürstenglanz”-Ausstellung im Belvedere

Neue Ausstellung im Belvedere.
Neue Ausstellung im Belvedere. - © APA/Helmut Fohringer
Am Freitag startet die Ausstellung “Fürstenglanz” im Winterpalais des Belvedere.

“Kunst als Machtbeweis, quasi als Marketingtool der Barockzeit” thematisiert die am Freitag startende Ausstellung “Fürstenglanz” im Winterpalais des Belvedere. Wie Direktorin Agnes Husslein-Arco am Mittwoch bei der Presseführung unterstrich, habe auch Prinz Eugen das gängige Verständnis des 17. und 18. Jahrhunderts geteilt, durch Besitz kostbarer Objekte Macht und Einfluss zu demonstrieren.

Und so widmet sich Tobias G. Natter, ehemaliger Leiter des Leopold Museums und früherer Chefkurator im Belvedere, in der von ihm kuratierten Schau der Darstellung und Verbreitung von fürstlichen Kunstsammlungen. Im Zentrum der 132 Objekte umfassenden Schau in der Himmelpfortgasse steht das 1660 entstandene Gemälde “Theatrum Pictorium (Theater der Bilder)” des Hofmalers David Teniers d.J., das als Geburtsstunde der mit druckgrafischen Reproduktionen gestalteten Bucheditionen (“Galerienwerke”) gilt. Das Bild zeugt von der Sammelleidenschaft des habsburgischen Erzherzogs Leopold Wilhelm und sollte damals einen imposanten Eindruck von dessen Sammlung vermitteln.

Großformat in der Kunstforschung vernachlässigt

Großformatige Galerienwerke mit Reproduktionen von Werken aus Sammlungen fanden Ende des 17. Jahrhunderts weite Verbreitung, sind laut Natter in der kunsthistorischen Forschung jedoch vernachlässigt worden. In der Ausstellung finden sich nun nicht nur zahlreiche Ausgaben von Galerienwerken, die Sammlungen von Frankreichs König Ludwig XIV., Sachsens Kurfürst Friedrich August II. oder des österreichischen Kaisers Karl VI. zeigen, sondern auch Originale aus den jeweiligen Sammlungen, die den Reproduktionen gegenübergestellt werden.

Bei den Vorläufern der heutigen Kataloge, die zunächst als Diplomatengeschenke produziert worden waren, handelte es sich laut Natter nicht zwangsläufig um die Reproduktion der Realität, sondern “um eine hochkomplexen Zusammenhang von Theorie und Praxis des Sammelns”. So fanden neben der Darstellung von Kunstwerken auch Texte über die Kunst Eingang in die recht unhandlichen Kataloge, die erst in späteren Jahren und dank fortgeschrittener drucktechnischer Möglichkeiten kleinformatiger wurden und in höherer Auflage verbreitet wurden.

Für Natter wird bereits im Ausstellungstitel deutlich, dass man sich mit dieser Schau “nicht nur den Fragestellungen des Barock, sondern auch der heutigen Transformation des Privaten ins Öffentliche” widmet. Diese Öffnung habe auch die Transformation des Winterpalais in einen Ausstellungsraum durchlaufen, freute sich Husslein. Auch beim eigenen Katalog hat man sich auf diese Ursprünge besonnen und ihm ein besonders bibliophiles Aussehen verpasst.

(APA, Red.)

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