Kulturfestival Wienwoche mit abwechslungsreichem Programm

Ab 18. September startet die Wienwoche.
Ab 18. September startet die Wienwoche. - © Bilderbox.com
Kleinkunst, Queer-Performances, jiddische Schlager und eine Geisterbahnfahrt in die Vergangenheit. Die vierte Auflage des Kulturfestivals wartet mit einem abwechslungsreichen Programm auf.

Am 18. September startet wieder die Wienwoche. Das offizielle Motto der vierten Ausgabe des Kulturfestivals lautet “Harmonija, na ja…” – inoffiziell heißt es Ruhestörung. Auf dem Programm der letzten von Can Gülcü und Radostina Patulova verantworteten Auflage stehen unter anderem eine Geisterbahnfahrt durch die Untiefen der österreichischen Geschichte, feministisch-queeres Boxen oder eine “taktlose Revue” mit Wiener Liedklassikern.

Gleich der Auftakt soll aufrütteln: Frei nach Mozart heißt es bei der Eröffnungsparty am 18. September im Fluc “Beym Arsch ist’s finster”. Am Programm steht eine “taktlose Revue” mit neu interpretierten Wiener Klassikern, auftreten werden unter anderem Ana Threat, Catch Pop String Strong, Esrap oder das Fatima Spar Quintett.

Fahrt durch den “Graus der Geschichte”

Weiter geht es mit dem Grusel: Im Prater fährt man per Geisterbahn durch den “Graus der Geschichte”, der sich in diesem Fall auf die österreichische Vergangenheit bezieht. Ebenfalls historisch wird es – wenn auch vielleicht erst auf den zweiten Blick – beim queer-feministischen Boxklub. Dieser will nämlich an die Tradition jüdischer Sportvereine in Wien anknüpfen. Im Diskussionscafe “Was hast du mitbekommen?” soll sich ebenfalls mit der NS-Vergangenheit auseinandergesetzt werden.

Das Festival widmet sich auch der Uni Wien, die heuer ihr 650-Jahr-Jubiläum begeht: Anlässlich der Feierlichkeiten wird es “Prekärparcours” geben – geführte Audiospaziergänge, die prekäre Zustände an der Uni thematisiert. Auch das – derzeit geschlossene – Weltmuseum wird als Institution unter die Lupe genommen: “Wer hat Angst vor dem Museum?” heißt es dort in einer Ausstellung lateinamerikanischer Künstler.

Auch Asyldebatte wird zum Thema

Man wolle gute, aber keine Gute-Nacht-Geschichten erzählen, wie das Leitungsteam am Donnerstag per Aussendung bekräftigte. Eine dieser könnte etwa das Road Movie “Auf nach Europa” sein, in dem Mohamed Mouaz seine Fluchtroute von Algerien bis Wien noch einmal bereist. Um Kämpfe und Proteste in unterschiedlichsten Ausformungen geht es etwa im mehrsprachigen Audiotheater “65 Jahre Klassenharmonie”, das die Sozialpartnerschaft in Österreich thematisiert. Die ersten queeren, schwarzen und feministischen Filmtage bringt “The Black Her*Stories Project” nach Wien.

Außerdem wird auch die aktuelle Asyldebatte zum Thema der Wienwoche: Unter anderem mit Dieter Kaufmanns Musiktheater “Lampedusa” oder dem Vernetzungsforum “Ziviler Gehorsam?”, das Aktivisten zusammenbringen soll. Zum Abschluss am 3. Oktober ist “KleynKunst Theater” im Vindobona geplant: Bühnenkunst der 1920er-Jahre trifft hier auf queere Performances, jiddische Schlager auf Kabarett aus Berlin-Kreuzberg.

Die Wienwoche gibt es seit 2012, seit diesem Jahr zeichnen Can Gülcü und Radostina Patulova (bis 2014 gemeinsam mit Petja Dimitrova) für die künstlerische Leitung und Geschäftsführung verantwortlich. Ab 1. Jänner 2016 werden Natasa Mackuljak und Ivana Marjanovic mit dieser Aufgabe betraut. Das Gesamtbudget beträgt 453.000 Euro, es wird zu 100 Prozent aus Mitteln der Stadt Wien bestritten.

(APA, Red.)

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