“Kultur erben”: Europäisches Jahr des Kulturerbes

Das Jahr 2018 wurde von der EU zum Europäischen Jahr des Kulturerbes erklärt. Damit soll das Bewusstsein für die europäische Geschichte und die europäischen Werte geschärft werden. Eine Art inoffizieller österreichischer Auftakt findet am Donnerstag (11. Jänner) im Ahnensaal des Bundesdenkmalamtes statt. Eine Gesprächsrunde soll dabei die Breite des Themas verdeutlichen.

Moderiert von dem Kunsthistoriker und Denkmalforscher Andreas Lehne, diskutieren auf dem Podium einige Autoren der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “wespennest”, die ganz dem Thema “Kultur erben” gewidmet ist. “Kulturelles Erbe ist kein Wert an sich, sondern es liegt an den jeweiligen Erben auszuhandeln, ob sie die Erbschaft antreten, sie als lebendige Bereicherung begreifen, ihr als Denkmal eine ethisch-didaktische Funktion zuweisen, sie durchbringen, umdeuten oder zerstören wollen”, schreibt Herausgeberin Andrea Zederbauer.

Werner Hanak-Lettner, der Chefkurator am Jüdischen Museum Wien, macht sich im “wespennest” Gedanken darüber, “was wir in Österreich so aufheben und was nicht” und nennt die Neue Burg, in der das Haus der Geschichte Österreich vorläufig sein Quartier aufschlägt, “das absurdeste Gebäude der Habsburger Monarchie”. Er diskutiert mit der Kulturwissenschafterin Sophie Schasiepen, die sich in ihrem Beitrag mit der Rückgabe von menschlichen Überresten der Maori beschäftigt hat, dem Kunsthistoriker Georg Traska, der über das zum Weltkulturerbe erklärten Haus Tugendhat in Brünn geschrieben hat, sowie mit dem Schriftsteller und Leiter des Instituts für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst Wien, Ferdinand Schmatz.

Schmatz hat sich im “wespennest” mit dem in der Welterbediskussion rund um ein Neubauprojekt am Heumarkt eine wesentliche Rolle spielenden “Canaletto-Blick” vom Belvedere auf die Wiener Innenstadt beschäftigt und beschließt seinen Beitrag mit einer angeblich wahren, jedenfalls pointierten Anekdote: “Ein jüngeres Paar zieht am Eislaufverein seine Schlittschuhrunden. Sie: ‘Wos isn des für Hüttn?’ Er, kurz nachdenkend: ‘Der Musikverein!’ Sie: ‘Und des wollns abreißn?'”

Ab Mitte Jänner sollen die geplanten Aktivitäten zum Europäischen Kulturerbejahr auf einer eigene Website ( ) dargestellt werden. Im Rahmen der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft soll am 11./12. Dezember in Wien die Abschlusskonferenz des Kulturerbejahrs stattfinden.

(APA)

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