“Kuh macht Mühe” beschert einen bunten Tierreigen mit Tanz und Musik

Musik- und Tanzperformance für Kinder feierte im Dschungel Wien Premiere
Musik- und Tanzperformance für Kinder feierte im Dschungel Wien Premiere - © Clemens Nestroy
Damit ein Kinderstück funktioniert, muss es nicht immer bunt, laut und voller komischer Faxen sein. Aber es hilft. Das bewies “Eine Kuh macht Mühe” bei der Uraufführung am Mittwoch, den 17.Juni, im Dschungel Wien. Mit komischen Gesten und heiteren Musik-, Tanz- und Gesangseinlagen konnte die vierköpfige Nachwuchstheatergruppe im Museumsquartier sowohl das junge als auch das alte Publikum begeistern.

Tänzerin Emmy Steiner spielt, ausgerüstet mit großen Hörnern und einem rosa Stofftascherl als Euter, die Leitkuh, die unentwegt bemüht ist, ihre träge Herde auf den richtigen Pfad zu bringen. Die anderen Rinder purzeln als kleine Plastikfiguren nach und nach aus Steiners Tasche auf die mit einer grünen Matte ausgelegte Bühne.

“Kuh macht Mühe”: Bunter Tierreigen mit Tanz und Musik

Dabei bewegt die agile Schauspielerin ihren Körper bewusst langsam, um authentisch die Trägheit der Leitkuh zu “e-Muh-lieren”. Begleitet von Franziska Adensamer am Akkordeon, Florian Weisch am Kontrabass und Florian Weiß an der Posaune, turnt die Kuh teils träge, teils verdrossen, doch stets wiederkäuend über die Weide.

Bunte Federkleider: Musiker werden zu Tieren

Allmählich verwandeln sich die Musiker auch in Tiere: Adensamer schlüpft gackernd in ein buntes Federkleid, dann zieht Posaunist Weiß Bärentatzen an und schließlich springt auch Weisch mit einem buschigem grauen Schwanz ausgestattet aus der Kontrabasstasche und singt hektisch “Ich bin der eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, Siebenschläfer! Wenn ich nicht schlafe, bin ich Fitnesstrainer!” Alle Tiere müssen Liegestütze machen. Gesungen und gespielt wird in dem Stück für Kinder ab Vier von allen Darstellern – auch Steiner klimpert zwischendurch auf einer Kindergitarre mit.

“Also sprach Zarathustra”

Die junge Zielgruppe kommt bei der Show aus Musik, Tanz und Mimik voll auf ihre Kosten. Der bärtige Bär Weiß wirbelt mit seiner Posaune über die Bühne und spielt “Also sprach Zarathustra” von Strauss, zusammen wartet die Band mit flotten, jazzigen Nummern auf, die bei den Eltern genauso gute Laune verbreiten wie bei den Kleinen. Die Komik kommt dabei allerdings nicht von einer überschwänglichen Fröhlichkeit der Darsteller. Die drahtige Hauptdarstellerin verkörpert gleichermaßen überzeugend wie lustig die Leitkuh, indem sie träge über die Matte trottet, gleichgültig ihre Schultern fallen lässt und neugierig mit der Zunge nach den anderen Tieren schleckt.

Für die Kleinen umso wertvoller

Auch der Bär kann zwar tanzen und posaunen, bleckt aber wie das echte Waldtier beim Aufeinandertreffen mit den anderen drohend die Zähne. Bis auf die Lieder, die sich wie ein roter Faden durch das Stück ziehen, verläuft die Handlung von “Eine Kuh macht Mühe” völlig nonverbal – was es für die Erwachsenen zu einer abstrahierten Art von Naturstudie und für die Kleinen umso wertvoller macht. Nicht umsonst wird bereits während der Vorstellung im Dschungel fleißig geklatscht und am Ende erntet das mit dem Jungwild-Preis 2015 prämierte Stück des Musik- und Tanz-Quartetts tobenden Beifall.

Nachwuchspreis “Jungwild”

Der Nachwuchspreis “Jungwild” wird jedes Jahr von den österreichischen Festivals Szene Bunte Wähne, spleen*graz, Schäxpir sowie den Theaterhäusern TaO! Graz und Dschungel Wien an darstellende Künstler mit jungem Publikum vergeben.

(APA/Red.)

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