Kroatischer Anwalt als Zeuge bei Hypo-Prozess

Im Grazer Straflandesgericht ist am Mittwoch der Prozess um die Leasing-Affäre der Hypo-Steiermark fortgesetzt worden. Diesmal erschien der geladene Zeuge sogar und sagte auch aus. Es handelte sich um einen kroatischen Anwalt, der Leasing-Geschäfte vermittelt hat. Bei dem Verfahren geht es um einen Schaden von 40,5 Mio. Euro.

Die beiden angeklagten Ex-Manager sollen diesen durch riskante Geschäfte vor allem in Kroatien und Bosnien verursacht haben sollen. Der 20. Verhandlungstag verhieß mehr Aussicht auf Erfolg als die beiden vorhergegangenen. Bei dem Zeugen handelte es sich um einen kroatischen Anwalt, der ab 1999 eng mit der Hypo-Leasing zusammengearbeitet hat. “Ich sollte die Rechtsgeschäfte für die Bank tätigen”, lautete seine Aussage. Seine Aufgabe sei es gewesen, die Unterzeichnung der Kreditverträge vor einem Notar zu organisieren und die Hypotheken und Sicherheiten “zu sichern”. Davon konnte sich Richter Wlasak zunächst kein klares Bild machen, war doch gerade durch die mangelhaften Sicherheiten ein Großteil des Millionenschadens zustande gekommen.

Die Kunden habe er teilweise über Zusammenarbeit mit Lieferanten vermittelt bekommen, teilweise seien sie ihm von den Leasing-Gesellschaften und der Hypo-Steiermark geschickt worden. Zur Sprache kamen auch die Prozente, die alle sogenannten “Vermittler” kassiert hatten. Zunächst habe er zwei Prozent von der Gesamtsumme bekommen, ab 2004 wurde aber eine andere Vereinbarung getroffen. Ab da gab es nur ein Prozent sofort und ein weiteres Prozent nach erfolgreicher Abwicklung des Geschäfts. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte es keine Rolle gespielt, ob der Leasing-Vertrag bald wieder platzte oder nicht.

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