Kroatien: US-Unternehmer Miksic kandidiert erneut

In Kroatien haben der in den USA reich gewordene Unternehmer Boris Miksic und der Ökonom Bozidar Vukasovic ihr Antreten bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr angekündigt.

Kroatien ist heute ein Schiff ohne Steuermann, dass zu sinken begonnen hat. Einen Ausweg aus der Krise können nur starke, charismatische und finanziell unabhängige Menschen finden, denen die Politik nicht als Bereicherung dient”, erklärte Miksic bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur laut der Nachrichtenagentur Hina am Donnerstag. Nach seiner Meinung könnte nur die Kandidatur des ehemaligen Premiers Ivo Sanader (HDZ) bzw. des sozialdemokratischen Zagreber Bürgermeister Milan Bandic (SPD) den Präsidentschaftswahlkampf beleben.

Der nicht unumstrittene Miksic war schon 2004 gegen den amtierenden Präsidenten Stjepan Mesic angetreten und hatte in der ersten Runde einen Achtungserfolg von fast 18 Prozent der Stimmen erreicht. In Zagreb waren es sogar fast 24 Prozent. Für seine Behauptung im Wahlkampf, dass Mesic französischer Geheimdienstmitarbeiter sei, wurde er später wegen Verleumdung verurteilt. Mesic enthob ihn des Amtes als Ehrenkonsul in den USA.

Der Gründer und Eigentümer der in mehr als 75 Ländern tätigen Cortec Corporation, die unter anderem Mittel gegen Korrosion (“WD-40”) entwickelt und vertreibt, war in den Jahren 1991 bis 1995 in jenen Kreisen von Exil-Kroaten aktiv, die die Unabhängigkeit Kroatiens betrieben. Bis heute hält Miksic das Andenken an den verstorbenen Staatsgründer Franjo Tudjman hoch und lässt kein gutes Haar an Mesic.

Ebenfalls seine Kandidatur gab Vukasovic, der sich als Berater zahlreicher internationaler Konzerne Namen gemacht hat, bekannt. Das Land brauche eine neue Art des Regierens, bei der die Mehrheitsinteressen wichtiger sein müssten als Einzelinteressen von Politikern, Unternehmern und Managern, erklärte er.

Die Präsidentschaftswahl findet Anfang 2010 statt, wenn das zweite Mandat von Mesic endet. Die regierende national-Konservativen HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft) dürfte mit Andrija Hebrang (63) in die Wahl gehen, den der jüngst überraschend zurückgetretene Premier und Parteichef Sanader vorgeschlagen hat. Die oppositionellen Sozialdemokraten (SDP) schicken den Zagreber Rechtsprofessor Ivo Josipovic ins Rennen. Ambitionen für das Präsidentenamt haben auch Damir Kajin (47), Abgeordneter der IDS (Istrische Demokratische Versammlung) und Miroslav Tudjman (64), ältester Sohn des ersten kroatischen Präsidenten.

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