Kriminalstatistik Wien: Deutliche Rückgänge bei Einbrüchen

Deutlicher Rückgang bei Einbrüchen in Wien
Deutlicher Rückgang bei Einbrüchen in Wien - © bilderbox.at
Die Zahl der angezeigten Straftaten ist in Wien in den ersten drei Monaten 2010 um 2,3 Prozent auf 53.725 Fälle zurückgegangen (2009: 54.965), die Aufklärungsquote wurde leicht verbessert, bleibt aber mit 28,9 Prozent geklärten Taten deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Gesunken sind die Einbrüche in Wohnungen (minus 14,77 Prozent) und in Einfamilienhäuser (minus 33,12 Prozent).

Eine Steigerung verzeichnete man bei Massendelikten wie Taschendiebstählen oder dem Handtaschenraub. Das gab die Bundespolizeidirektion Wien bei einer Pressekonferenz am Freitag bekannt.

Nach den explodierenden Zahlen von Pkw- und Kombi-Diebstählen im vergangenen Jahr konnten die Fälle von 719 Anzeigen im ersten Quartal des Vorjahres auf 459 heuer um 36,16 Prozent gesenkt werden. Einbrüche in Einfamilienhäuser gab es laut Statistik 527 im heurigen Jahr (2009: 788) und 2.394 in Wohnungen (2009: 2.809).

“Wir haben 2009 versucht, das Problem zu lösen, das die Bevölkerung am stärksten betrifft – und das ist die Einbruchskriminalität”, sagte Christof Hetzmannseder, Leiter der Kriminalpolizeilichen Abteilung. Man gehe “grundsätzlich in die richtige Richtung”.

Weniger erfreulich fiel die Entwicklung im Bereich von Massendelikten aus. Beim Taschendiebstahl gab es im ersten Quartal 2010 eine Zunahme von 133 Prozent, von 1.334 Anzeigen im Vorjahr auf 3.109 Fakten im heurigen Jahr. Ähnlich sieht die Steigerung beim Handtaschenraub mit deutlich kleineren absoluten Zahlen aus: 2009 wurden von Jänner bis März 51 Taschen geraubt, 2010 waren es bereits 122 Fälle (plus 139 Prozent).

Eine interessante Entwicklung zeigte sich auch beim firmeninternen Diebstahl. Hard- und Softwarediebstähle haben heuer um 103 Prozent zugenommen auf 228 Fälle. Gestiegen sind laut Hetzmannseder auch “die Sachbeschädigungen an öffentlichen Gut und Gebäuden”.

Weiter eingedämmt wurde laut Statistik die Zahl der Raubüberfälle auf Wettbüros (von elf auf fünf Fälle), Taxifahrern (von 13 auf 3 Anzeigen) und auf Tankstellen (von 23 auf 4). Nahezu unverändert dürften die Trafiküberfälle geblieben sein. Im heurigen Jahr wurden in der Bundeshauptstadt bis 29. März 25 Fakten gezählt (2009 waren es 27). Die Anzeigenstatistik für das erste Quartal (die das “Wirklichkeitsbild” zeitverzögert wiedergibt) spricht von sieben Fällen.

Gleichgeblieben sind die Banküberfälle mit zwölf Fakten im heurigen Jahr (davon fünf geklärte Fälle). 2009 gab es in den ersten drei Monaten des Jahres genauso viele Anzeigen. 2010 wurden bisher vier Morde verübt (alle Fälle geklärt), 2009 waren es neun Fakten. Weitere Rückgänge gab es auch im Bereich der Jugendkriminalität in allen Altersgruppen.

2010 wurden die Erfassungsmodalitäten der angezeigten Fälle in der Kriminalstatistik geändert. Ein Vergleich der Jahre 2009 und 2010 ist dadurch nicht bei allen Deliktsbereichen 1:1 möglich, so Hetzmannseder.

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