Krampus – Trailer und Kritik zum Film

Krampus – Trailer und Kritik zum Film
In der kalten Jahreszeit muss sich Hollywood-Export Christoph Waltz warm anziehen, bleibt er doch nicht der Einzige, der das diabolische Grauen des Alpenraums in die USA bringt: Der “Krampus” droht dem gebuchten Bösewicht den Rang in punkto Schrecken streitig zu machen.

Unter diesem Titel kommt am morgigen Donnerstag ein Horrorfilm in die Kinos, der alles andere als Weihnachtsseligkeit versprüht.

Krampus – Die Geschichte

Der Beginn ist noch beinahe klassisch und zeigt den alltäglichen Horror vor Weihnachten mit den gehetzten Einkäufen, eiligen Vorbereitungen und nervenden Verwandten, die auf Besuch kommen. Der junge Max (Emjay Anthony) hängt allerdings noch am Ideal einer besinnlichen, friedlichen Weihnacht, während seine Eltern (topbesetzt mit Toni Collette und Adam Scott) von den Vorbereitungen und dem harten Jobleben eher etwas gestresst sind. Da trägt der Besuch der schusswaffenaffinen Familie der Schwester aus dem Mittleren Westen (David Koechner und Allison Tolman samt Anhang) bei den Demokraten wählenden Verwandten von der Ostküste nicht unbedingt zur Befriedung bei. Hinzu kommt noch Conchata Ferrell (bekannt aus “Mein cooler Onkel Charlie”) als rustikal-zynische Tante, die im Wesentlichen mit Eierlikörsaufen beschäftigt ist. Max zerreißt folglich enttäuscht seinen Wunschbrief an Santa Claus.

Nun überschlagen sich die Ereignisse, und Regisseur Michael Dougherty verlässt die Pfade, die an die Fantasywerke von Steven Spielberg aus den 80er-Jahren erinnern. Auf einen Stromausfall samt Schneesturm folgt noch größeres Unheil: Der böse Dämon Krampus ist mit seinen zahlreichen hinterhältigen Helferlein gekommen, um die Familie zu bestrafen. Als Erste erkennt dies Omi, gespielt von der Wiener Schauspielerin Krista Stadler, die im Original Deutsch und – zur Unterscheidung – in der deutschen Synchronfassung Vorarlbergerisch spricht.

Krampus – Die Kritik

Alles alte Wissen vom alten Kontinent hilft jedoch nichts. Der mehrere Meter hohe Ungeist samt Hörnern und Hufen knöpft sich ein Familienmitglied nach dem anderen vor. Der Springteufel wird zum gefräßigen Monster, der Teddybär zur zähnefletschenden Bestie und die Lebkuchenmännchen werden zur gewalttätigen Gang. Beeindruckend, wie nahtlos fließend Dougherty in seiner erst zweiten Regiearbeit hier der Übergang vom harmlosen Familiendrama zum handfesten Gruselfilm gelingt – ein Kunststück, das er demnächst auch bei der aktuellen Fortsetzung “X-Men: Apocalypse” vollziehen kann.

Moralisch mag die Botschaft von “Krampus” vielleicht etwas zweifelhaft sein, wird auf Kinder, die langsam nicht mehr an den Weihnachtsmann (oder wahlweise das Christkind) glauben, doch ein gehöriger Druck erzeugt: Wenn du nicht mehr an den Geist der Weihnacht glaubst (Taten reichen explizit nicht aus!), wird deine gesamte Familie ausgerottet. Spannend ist das Ganze aber zweifellos. So dürfte sich der Erfolgslauf des heimischen Untieres Krampus in den USA fortsetzen, den spätestens Christoph Waltz persönlich initiiert hatte, als er in der Talkshow von Jimmy Fallon über die alpenländischen Weihnachtsbräuche referierte.

(APA)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen