Kraft will “Flow” auch auf Flugschanzen mitnehmen

Stefan Kraft schwimmt auf der Erfolgswelle
Stefan Kraft schwimmt auf der Erfolgswelle - © APA
Zwei Goldmedaillen bei der WM sowie Mixed-Silber und Team-Bronze, mittlerweile sechs Saison-Weltcupsiege bzw. 15 -Podestplätze, Führung im Gesamt-Weltcup und auch in der neuen “Raw-Air”-Wertung: Stefan Kraft fliegt auf einer Erfolgswelle, die ihm fast schon selbst unheimlich wird. In Vikersund und Planica möchte er seiner sensationellen Saison auf den Flugschanzen die Krone aufsetzen.

“Es macht so viel Spaß, wenn man wegspringt und merkt, es geht so dahin. Man kann sich mit der Luft spielen. Dass ich einmal so einen Lauf komme: einfach herrlich, da hat sich das ganze harte Training ausgezahlt”, freute sich Kraft, der offenbar über enorme Energiereserven verfügt.

“Ich freue mich richtig aufs Skifliegen. Jetzt werde ich versuchen, so viele weite Flüge wie möglich zu machen”, versprach der 23-jährige Salzburger, der im Gesamt-Weltcup nun 86 Zähler vor dem Polen Kamil Stoch führt. Der Angriff auf die große Kristallkugel bzw. eine zumindest konstant gute Saison ohne Spätstart war schon vor Beginn des Weltcups das erklärte Ziel Krafts gewesen.

Auch die Tatsache, dass aus der Qualifikation am Freitag nun eine Weltcupkonkurrenz in einem Durchgang wurde (als Ersatz für Lillehammer) stört den Pongauer nicht. “Ein Bewerb ist immer cool, da bin ich dann eh mehr bereit. Es wird zwar wieder sehr anstrengend, aber fürs Skifliegen braucht man sich nicht motivieren”, erklärte Kraft.

Der Weltcuptross wurde Freitagfrüh um 06.00 Uhr schon vom Hotel abgeholt, flog von Trondheim nach Oslo und reiste dann mit dem Bus nach Vikersund weiter. Rund sechs Stunden Anreise und dann schon wieder um Weltcup-Punkte. Die “raue Luft”, die die neue Serie im Titel trägt, ist in der Tat wohl die anstrengendste Serie, die es je im Weltcup gegeben hat.

Von Müdigkeit ist im Erfolgsstrudel von Stefan Kraft keine Spur. “Den Haxn geht’s gut, dem Kopf könnte es nicht besser gehen, nach so einem Tag wie heute”, meinte Kraft nach seinem insgesamt zehnten Weltcupsieg. Nach Vikersund geht kommende Woche der Saison-Showdown wie immer in Planica (zwei Einzel, ein Teambewerb) über die Schanze.

Abgesehen von den Erfolgen schlägt sich für Österreichs neuen “Überflieger”, der spätestens seit dem bisher in der ÖSV-Geschichte einzigarten Doppel-WM-Skisprung-Gold zu den Topstars im österreichischen Sport gehört, die Serie auch finanziell ansehnlich nieder. Fast 150.000 Euro brutto Weltcup-Preisgeld bisher, zusätzlich könnte sich Kraft mit einem Raw-Air-Sieg weitere 60.000 Euro sichern. Zudem hat er für seine beiden WM-Goldenen rund 53.700 Euro erhalten und wird am Ende des Jahres auch von Sponsoren und aus dem ÖSV-Pool noch ordentliche Prämien einheimsen.

Auch nach Abzug aller Steuern mehr als nur ein gutes “Zubrot” zur neuen Bleibe: Mit Freundin Marisa Probst hat sich der aus Schwarzach stammende Kraft ja in Oberalm eine Eigentumswohnung gekauft, Einzugstermin soll schon bald nach Saisonende sein.

(APA)

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