Konferenz in Wien im Zeichen von Migrationspartnerschaften

Avramopoulos musste aus terminlichen Gründen absagen
Avramopoulos musste aus terminlichen Gründen absagen - © APA (AFP)
Sind Migrationspartnerschaften ein Weg, um Migrationsströme zu bewältigen? Diese Frage stand im Zentrum der am Montagabend eröffneten “Vienna Migration Conference” 2017 in Wien. “Brücken anstatt Mauern bauen” lautete dementsprechend auch die Botschaft von EU-Migrationskommissar Dmitris Avramopoulos, die er per Video überbrachte.

Neu geschaffene politische “Instrumente” hätten den partnerschaftlichen Ansatz der Migrationspolitik “neuen Schwung” verliehen, sagte der Generaldirektor des ICMPD (International Centre for Migration Policy Development), Michael Spindelegger in seiner Eröffnung. Die Frage sei nun nur, ob auch “genug politischer Wille” dahinterstehe, denn in der Vergangenheit sei Partnerschaft oft als “leere Phrase, leeres Konzept” gebraucht worden, so der Ex-Außenminister und Vizekanzler.

Avramopoulos, der seine Teilnahme an der Konferenz des Wiener internationalen Migrationsforschungsinstituts ICMPD aus terminlichen Gründen kurzfristig absagen musste, appellierte an alle Staaten, gemeinsam Antworten auf die Migrationsfrage zu finden und die Verantwortung untereinander aufzuteilen: “Es ist die Zeit gekommen, aktiver zu sein und mehr Solidarität zu zeigen”, so der EU-Kommissar in seiner aufgezeichneten Nachricht. Migration solle “nicht als Gefahr, sondern als Chance” gesehen werden.

Ähnlich äußerte sich Werner Hoyer, Chef der Europäischen Investitionsbank (EIB), der neben Partnerschaften zwischen Regierungen der Herkunfts- und Aufnahmeländer, auch jene mit dem Privatsektor hervorhob. Sowohl die im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Ziele als auch die Nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen seien ohne den Privatsektor “nie realisierbar”.

Dieser könne auch dabei helfen, einige der Ursachen der Migration – Perspektivenlosigkeit und wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt – zu bekämpfen. Afrika, wo Millionen junger Menschen nach adäquaten Jobs suchten – müsse stärker in den Fokus rücken, forderte Hoyer. Nur die Verbesserung der Lebensqualität und Perspektiven für diese junge Bevölkerung sei ein nachhaltiger Ansatz.

(APA)

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