Koalition: Lehrervertreter fordern Wiedereinführung der Klassenschülerhöchstzahl

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Paul Kimberger fordert eine Höchstzahl von Schülern pro Klasse.
Paul Kimberger fordert eine Höchstzahl von Schülern pro Klasse. - © APA/HERBERT PFARRHOFER
Der Vorsitzende der ARGE Lehrer in der GÖD, Paul Kimberger, fordert von den Koalitionsverhandlern der ÖVP und FPÖ die Wiedereinführung der Höchstzahl von 25 Schülern pro Klasse.

Die neue Regelung, wonach lediglich im Schnitt pro Bundesland maximal 25 Schüler in den Klassen sitzen dürfen, wurde im Juni mit dem Autonomiepaket beschlossen. Bisher galten an den Schulen eine Klassenschülerhöchstzahl von 25 bzw. (an AHS-Oberstufen und BMHS) 30 sowie bestimmte Teilungszahlen für den Unterricht in manchen Fächern. Im Rahmen des Schulautonomiepakets kann künftig der Schulclusterleiter frei über die Gruppengröße entscheiden. Einschränkend wirkt dabei die Verfassungsbestimmung, dass im Durchschnitt pro Bundesland höchstens 25 Schüler eine Klasse bilden.

Lehrer fürchten Einrichtung größerer Klassen

Vor allem aufgrund dieses Passus befürchten Lehrervertretern seither die Einrichtung größerer Klassen. Kimberger bezeichnete die Abschaffung der Höchstzahl nun als “katastrophal” und fordert von einer neuen Regierung, diese erneut im Gesetzestext festzuschreiben.

Forschungsverbände fordern Fokus auf Unis und Wissenschaft

Die laufenden Koalitionsverhandlungen zwischen der ÖVP und der FPÖ nutzen der Wissenschaftsrat, die Österreichische Forschungsgemeinschaft (ÖFG) und der UniversitätsprofessorInnenverband (UPV) für Aufrufe zur Aufwertung der Bereiche Wissenschaft und Hochschulen. Im Zentrum stehen Forderungen nach einer höheren Dotierung, der Ruf nach Strukturreformen oder der Wunsch nach einem eigenen Ministerium.

Für den Wissenschaftsrat hängt die “Reputation und Anziehungskraft des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts und damit die Zukunft des Landes” unmittelbar mit der politischen Schwerpunktsetzung der nächsten Regierung in den Bereichen Forschung, Wissenschaft und Bildung zusammen, heißt es am Freitag in einer Aussendung. Vorrangig sollten demnach Schritte in Richtung des seit 2011 in der Forschungs-, Technologie- und Innovationsstrategie (FTI-Strategie) der Bundesregierung eigentlich festgeschriebenen Ziels, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) bis 2020 auf 3,76 Prozent des BIP zu erhöhen, gemacht werden. Die F&E-Quote liegt aktuell bei 3,14 Prozent.

Dazu brauche es laut dem Beratungsgremium für die mit Wissenschaft betrauten Ministerien u.a. den Ausbau der nationalen Forschungsförderung sowie die Entwicklung eines Exzellenzprogrammes für die heimischen Universitäten nach dem Vorbild anderer europäischer Länder, wie etwa Deutschland. Im Hochschulsystem seien Investitionen notwendig, um die in der FTI-Strategie angestrebte Quote von zwei Prozent des BIP bis 2020 tatsächlich zu erreichen. Momentan liegen die Aufwendungen für die Hochschulen bei 1,46 Prozent.

Die ÖFG plädiert an die Koalitionsverhandler, “die Relevanz von Wissenschaft und Forschung für die Zukunft Österreichs in einem eigenständigen Ministerium oder in einem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung abzubilden”. Der UPV fordert von den Beteiligten an den Regierungsgesprächen, “den Stellenwert der universitären Forschung und Lehre im Koalitionsabkommen entsprechend zu verankern und die Universitäten mit den notwendigen Finanzmitteln auszustatten”.

Für den Wissenschaftsrat gilt es unter dem Stichwort “Studienplatzfinanzierung” ein neues, kapazitätsorientiertes System der Uni-Finanzierung rasch umzusetzen. Das Gremium verweist hier auf einen vom Wissenschaftsministerium im August eingebrachten Gesetzesentwurf, der auch neue Möglichkeiten zur Beschränkung des Zugangs zu Studien beinhaltet. Sollte es zur Einführung von Studiengebühren kommen, brauche es gleichzeitig einen Ausbau des Stipendienwesens.

Außerdem müsse die neue Bundesregierung danach trachten, die Autonomie der Universitäten “zu stärken und zu schützen”. Darunter versteht der Wissenschaftsrat etwa die stärkere Orientierung an den Entwicklungsplänen der Unis, bei einer gleichzeitigen Verschlankung der immer für drei Jahre zwischen dem Wissenschaftsministerium und jeder Uni abgeschlossenen Leistungsvereinbarungen. Das Projekt “Zukunft Hochschule”, in dessen Rahmen ab 2019 die Studienangebote zwischen den Hochschulen abgeglichen und der Fachhochschulsektor weiterentwickelt werden sollen, gelte es voranzutreiben.

APA/Red.

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