Kirchenaustritte: Zahl der Katholiken stabilisiert sich

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Gute Neuigkeiten für die Kirche nach Weihnachten: Mitgliederanzahl stabilisiert sich
Gute Neuigkeiten für die Kirche nach Weihnachten: Mitgliederanzahl stabilisiert sich - © vienna.at/Paul Frühauf
Ist die Grenze der Kirchenaustritte erreicht? Die neueste Schäfchenzählung der katholischen Kirche scheint das zu bestätigen: 16.941 kehrten der Kirche den Rücken zu, 33 Prozent weniger als im Skandaljahr 2010.

Das freut nicht nur die Kassen der Kirche, sondern auch deren Pressesprecher Michael Prüller: “Die Verbundenheit mit der katholischen Kirche in Österreich ist immer noch sehr stark. Etwa bei Familien mit minderjährigen Kindern gibt es kaum Austritte. Dennoch sei die Situation ernst. Denn die eigentliche Herausforderung liegt jenseits der Mitgliederzahlen – in der Frage, wie man den Glauben lebendig erhalten kann. Entscheidend ist, wie vielen Menschen wir vermitteln können, dass Gott in ihrem Leben eine Rolle spielt und dass die Kirche einen bewährten Weg anbietet, die Freundschaft mit Gott zu vertiefen und daraus die Welt zu gestalten.”

Kirchenaustritte angeblich für beide Seiten schmerzlich

Jeder Abschied aus der Kirche sei schmerzlich, oft für beide Seiten, so Prüller weiter. Der Umstand, dass so viele Menschen an ihrer Kirchenmitgliedschaft festhalten (in den niederösterreichischen Gebieten der Erzdiözese liegt der Schwund bei nicht einmal 0,7 %), mache aber auch deutlich, dass die Kirche mit ihrer Botschaft immer noch ein riesiges Potenzial habe, so der Pressesprecher.

Modernisierung wird vorangetrieben

Die Erzdiözese Wien werde deshalb heuer die Umsetzung des diözesanen Erneuerungsprozesses energisch vorantreiben, der einen geistlichen Aufbruch (Stichwort: Jüngerschaft neu entdecken), eine Stärkung des Bewusstseins des gemeinsamen Priestertums aller Gläubigen und die Schaffung zukunftsfähiger Strukturen vor allem in der Pfarrseelsorge zum Ziel hat.

Gleichgeblieben ist 2011 die Zahl der Pfarren in der Erzdiözese (660). Die durchschnittliche Anzahl der Katholiken je Pfarre ist um 17 Personen auf 1.923 zurück gegangen. Die Kleinste Pfarre ist Grafensulz im Weinviertel mit 98 Katholiken, die größte ist Wien-Aspern mit 12.430 Katholiken.

Zu den Zahlen im Detail

Katholikenzahl der Erzdiözese Wien jeweils zum 1.1.: 2010: 1,301.570 (-1,06 %) 2011: 1,281.161 (-1,57 %) 2012: 1,269.745 (-0,89 %) Austritte: 2009: 16.527 2010: 25.314 2011: 16.941 Eintritte: 2009: 1084 2010: 922 2011: 988. Die Kirchenaustritte sind seit 2010 um rund 33 Prozent zurückgegangen. 

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