Kinder ermahnen zu schnelle Autofahrer

Kinder und Polizei wollen für mehr Sicherheitsbewusstsein bei den Autofahrern sorgen.
Kinder und Polizei wollen für mehr Sicherheitsbewusstsein bei den Autofahrern sorgen. - © APA
In Wien halten Volksschulkinder gemeinsam mit der Polizei Autofahrer auf. So soll für mehr Sicherheitsbewusstsein im Straßenverkehr gesorgt werden.

Bei der Verkehrssicherheitskampagne “Nimm dir Zeit für meine Sicherheit” haben Kinder die Rolle von Verkehrspolizisten übernommen. Vor ihrer Schule messen sie die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Autos. Nach der Anhaltung durch die Polizei loben oder ermahnen die Kinder die PKW-Fahrer. Am Montag waren Kinder erstmals nach Ferienende vor der Volksschule Lange Gasse im Einsatz.

Wer sich an die Tempolimits hält und angeschnallt ist, wird von den Kindern gelobt und bekommt einen Apfel. Wer zu schnell fährt, wird ermahnt und bekommt eine Zitrone. Die Kinder werden in eine Messgruppe und eine Anhaltegruppe eingeteilt. Die Messgruppe befindet sich etwa 100 Meter vor dem Anhalteort der Autos, um den anderen Kindern eine rechtzeitiges Signal geben zu können. Sie heben die Signalfahnen: rot: zu schnell, grün: Tempo eingehalten und gelb: Kein Gurt. Die Anhaltegruppe wartet mit Äpfeln, Zitronen und Urkunden für die PKW-Fahrer. Die Kinder befragen die Autofahrer beispielsweise: Warum sind Sie zu schnell gefahren?

Kontrolle mit Wirkung

Ziel der Kampagne ist laut AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt), bei den Kraftfahrzeuglenkern ein Bewusstsein für die Schwächsten im Straßenverkehr zu schaffen. “Wenn man anonym einen Strafzettel für zu schnelles Fahren zugeschickt bekommt, bewirkt das nichts. Aber wenn ein Kind einen aufhält und fragt, warum man zu schnell gefahren ist, dann wird man schon verlegen”, sagte Bernd Toplak, stellvertretender Abteilungsleiter Unfallverhütungsdienst AUVA-Landesstelle Wien. Die Schüler sollen durch die Verkehrsüberprüfung spielerisch richtiges Verhalten im Straßenverkehr erlernen.

Bevor es nach draußen geht, werden die Kinder im Unterricht auf die Übung vorbereitet. Die Verkehrsüberprüfung findet heuer zehn Mal vor Wiener Volksschulen statt. “Die Aktion wird dort durchgeführt, wo viele Autos sind und erhöhte Geschwindigkeiten möglich sind. Das heißt eher in den Randbezirken als im ersten Bezirk”, sagte Toplak. “Die Überschreitung des Tempolimits ist die Hauptursache für tödliche Verkehrsunfälle. Rund 60 Prozent der PKW-Lenker ignorieren Tempo-30-Limits im Ortsgebiet und etwa 40 Prozent aller Autofahrer überschreiten das Tempo-50-Limit.” Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit sind im vergangenen Jahr in Wien 81 Kinder am Schulweg verletzt worden.

(APA, Red.)

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