Kind 44 – Kritik und Trailer zum Film

Kind 44 – Kritik und Trailer zum Film
Eine gigantische Geheimdienstmaschinerie sorgt in der stalinistischen Sowjetunion für Angst und Schrecken. Niemand traut niemandem. Regimegegner werden gnadenlos verhaftet und eliminiert, Verbrechen gibt es offiziell nicht in dieser klassenlosen Gesellschaft, in der jeder glücklich sein soll. Einer dieser Geheimdienstoffiziere ist Leo Demidow (Tom Hardy), ein gefeierter Kriegsheld, der fest an die Ideale seines Landes glaubt. Als er schließlich versucht, eine Reihe von Kindermorden aufzuklären, gerät er in Widerspruch zu den bestehenden Verhältnissen.

Irgendetwas stimmt hier nicht: Im Kreise von Freunden schwärmt Leo Demidow (Hardy) von seiner Frau Raisa (Rapace), die die Liebe seines Lebens ist. Aber ihr Lächeln wirkt gequält. Das warme Licht und der schöne Schein der Kerzen – ein falscher Glanz. Denn die Welt da draußen, es ist die stalinistische Sowjetunion der 50er-Jahre, sieht ganz anders aus. Hier sind alle Farben verblasst, der Rauch der Schornsteine macht die Städte schmutzig und die Herzen der Menschen sind durch eine permanente Atmosphäre der Bespitzelung, der Angst und Bedrohung vergiftet. Menschen werden willkürlich verhaftet, Regimekritiker kurzerhand eliminiert.

Diese Darstellung kam in Russland nicht besonders gut an. Kurzerhand wurde der Thriller wegen “Entstellung historischer Tatsachen” vom russischen Kulturministerium aus dem Verkehr gezogen. In Deutschland erhielt “Kind 44”, der Bestseller von Tom Rob Smith diente Regisseur Daniel Espinosa als Vorlage, dagegen das Prädikat “besonders wertvoll”.

Inhalt zu “Kind 44”

Wer aber ist nun dieser Leo Demidow? Aufgewachsen als Waisenkind, hat der bullige Typ im stalinistischen Russland Karriere als knallharter, wenn auch durchaus korrekter Geheimdienstoffizier gemacht. Die Narben in seinem Gesicht spiegeln die Verletzungen seiner Seele wider. Demidows Auftrag: Alle Gegner des Systems ausschalten. Fragen? Keine.

Alles soll doch schön sein in Stalins Paradies der klassenlosen Gesellschaft, wo alle glücklich sind und es angeblich keine Verbrechen gibt. Dass der Schein gewahrt wird, dafür sorgt eine gigantische und gnadenlose Geheimdienstmaschinerie. Wer aber einmal in die Fänge des Systems gerät, hat keine Chance mehr: “Wer verfolgt wird, wird verhaftet. Und wer verhaftet wird, ist bereits schuldig”, sagt der Tierarzt Anatoli Brodsky (Jason Clarke), der in die Fänge der Häscher gerät.

Aber nach und nach beginnt Demidows Weltbild zu wanken, zerbröselt sein Leben langsam. Ewige Wahrheiten verlieren ihre Wahrhaftigkeit. Und die Liebe seiner Frau? Nur gespielt? Alles nur eine Illusion? Schließlich gerät Demidow selbst ins Visier des Geheimdienstes und wird mit Raisa aus Moskau in das entlegene Rostow verbannt, wo die beiden in einem heruntergekommenen Loch hausen müssen. Hier kommt Demidow schließlich einer unheimlichen Mordserie an Kindern auf die Spur. Der verbannte und kaltgestellte Geheimdienstoffizier nimmt gegen alle Widerstände die Jagd nach dem Killer auf.

Kritik zu “Kind 44”

Die Atmosphäre aus Terror, Verrat, Heuchelei, drückender Bedrohung und permanenter Angst hat Regisseur Daniel Espinosa (“Safe House”) wunderbar eingefangen und mit Tom Hardy (37) einen Schauspieler engagiert, der Bedrohung und Verletzlichkeit gleichermaßen überzeugend verkörpern kann. Ein bisschen mehr Druck und Spannung hätte der schwedische Regisseur Espinosa seinem Film, vor allem bei der Jagd nach dem Killer, allerdings geben können.

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