Killing Them Softly – Trailer und Kritik zum Film

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Killing Them Softly – Trailer und Kritik zum Film
Eiskalt und saucool, so lieben die Fans Brad Pitt, das einstige Teenie-Idol aus “Thelma & Louise”, “Interview mit einem Vampir” und “Legenden der Leidenschaft”.

Längst hat der 48-Jährige bewiesen, dass er sich vor allem auf gnadenlose Coolness versteht – und das richtige Händchen für Filme mit Kult-Potenzial hat. Das gilt auch für “Killing Them Softly”, einer Mischung aus Gangsterfilm und Gesellschaftskritik, die am 30.11. in Österreich anläuft.

Es ist der Schlusssatz aus dem Munde von Brad Pitt, der für den ganzen Film steht: “Amerika ist kein Land. Es ist nur ein Business. Und das Business ist Verbrechen.” Die Worte brechen aus dem Auftragskiller Jackie Cogan (Pitt) heraus, als er sein Honorar einfordert, sein Auftraggeber ihm aber verklickert, dass die Zeiten schlecht sind und die Bezahlung deswegen geringer ausfallen muss. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten regieren nicht mehr Chancengleichheit und Fairness, sondern knallharter Wirtschaftsdarwinismus, in dem sich jeder selbst der Nächste ist.

Abrechnung mit dem amerikanischen Traum: “Killing Them Softly”

Nicht minder programmatisch beginnt der düstere Gangsterfilm mit Quentin-Tarantino-Anmutung: Aus dem Off preist Barack Obama die Tugenden des amerikanischen Unternehmertums, im Bild stapft ein abgerissener Typ durch eine trostlose, dreckige Vorstadt. Der amerikanische Traum ist ausgeträumt im 21. Jahrhundert, trichtert Regisseur Andrew Dominik dem Publikum immer wieder ein. Und das sehr geschickt. Radio- und Fernsehsequenzen, in denen Obama und John McCain im Wahlkampf 2008 um die Wählerstimme buhlen und die von den gezeigten Szenen immer wieder konterkariert werden, durchziehen den kompletten Film.

Doch bei aller bitterbösen Systemkritik ist “Killing Them Softly” auch ein Gangsterfilm, in dem zwar wenig Blut fließt, wenn, dann aber ordentlich und in lautstarker Zeitlupe. Da knacken Knochen, spritzt das Blut, klatschen Fäuste auf Brustkörbe und Nasen.

Die Geschichte nach dem in den 1970er-Jahren erschienenen Roman “Cogan’s Trade” von George V. Higgings handelt dann auch vom klassischen Mafia-Geschäft: Zwei unterbelichtete und heruntergekommene Gelegenheitsgangster Frankie (Scoot McNairy) und Russell (Ben Mendelsohn) überfallen im Auftrag eines Kleinmafiosi ein illegales Pokerspiel, das vom Mob kontrolliert wird. Der Clou: Der Verdacht wird nie auf die drei fallen, weil alle Welt glauben wird, dass Markie (Ray Liotta) dahinter steckt. Der gehört zum Syndikat und hat vor Jahren selbst mal sein eigenes Kartenspiel überfallen lassen.

Der Coup gelingt zwar, doch irgendwie gerät das komplette Syndikat aus den Fugen und Cogan soll es richten. Es kommen andere Vollstrecker, einstige Profikiller und viele Drogen ins Spiel. Irgendwann ist der Geschichte kaum noch zu folgen, wer mit wem in wessen Auftrag agiert. Zerschossen wie so manche Inneneinrichtung wirkt der Plot – und da kommt dann wieder die Finanzkrise mit all ihren Folgen ins Spiel, in der auch keiner mehr weiß, was wann und durch wen eigentlich den Anfang nahm.

Diese durchaus geniale Vermischung hat seinen Reiz, auch wenn sie mitunter ein wenig gewollt inszeniert scheint. Erschwerend kommt in der deutschen Fassung die Synchronisation der Worte von Barack Obama, John McCain und Georges Bush hinzu. Das jedoch machen die großartigen Schauspieler wett, nicht nur der gewohnt lässige Brad Pitt, sondern auch McNairy und Mendelsohn, sowie James Gandolfini, Richard Jenkins und Ray Liotta.

(APA)

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