WM-Ticketschalter schließt mit zwei Garmisch-Abfahrten

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Jansrud will wieder siegen
Jansrud will wieder siegen - © APA (dpa)
Die beiden alpinen Weltcup-Abfahrten am Freitag und Samstag in Garmisch-Partenkirchen bieten den Speed-Piloten die letzte Chance, sich für das WM-Team zu empfehlen. Im einzigen Training am Donnerstag lief es für niemanden aus dem ÖSV-Team berauschend, stark waren einmal mehr die Norweger.

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Die gilt es wieder zu schlagen, das wird uns schon gelingen”, zeigte sich Vincent Kriechmayr optimistisch. Erst drei Abfahrten sind in diesem Winter absolviert, bei den zwei vor den Weltmeisterschaften noch ausständigen – am Freitag (13.05 Uhr/live ORF eins) wird die in Wengen abgesagte nachgetragen – ist daher für jeden noch alles möglich. Max Franz darf nach seinem Sieg in Gröden als fix angesehen werden, Matthias Mayer als Achter und Hannes Reichelt als Neunter kamen bisher je einmal in die Top Ten, Vincent Kriechmayr und Romed Baumann waren je einmal Elfter, Klaus Kröll bestenfalls 16. Aber auch Otmar Striedinger (26.) haben die Trainer noch auf der Rechnung.

Der Kärntner war am Donnerstag auf der Kandahar mit allerdings bereits 1,90 Sekunden Rückstand auf Kilde und Torfehler als Zehnter bester Österreicher. “Wenn du gute Leistungen bringst, bist du bei der WM dabei. Ich mag das hier recht gern, es taugt mir”, sagte Striedinger, der nach seinem Kitzbühel-Sturz mit jeder Fahrt wieder mehr Selbstvertrauen holt.

Mayer sieht sich ohne Chancen auf Sieg

Das kann Olympiasieger Mayer (+2,47), zuletzt Gewinner des Super-G in Kitzbühel, nicht unbedingt von sich behaupten. “Oben ist eine Kurve, die knackiger ist, aber eigentlich ist es ein bisserl langsam und geht alles recht schön. Im Großen und Ganzen müsste es mir entgegenkommen, aber die Zeit fahre ich nicht, die der Kilde da gefahren ist. Es ist klar, ich fahre hier nicht um den Sieg mit, da herunter habe ich keine Chance. Ich werde probieren alles herauszuholen, aber viel wird da nicht drinnen sein”, lautete Mayers Prognose.

Kilde hatte auch seinem zweitplatzierten Landsmann Kjetil Jansrud 1,06 Sekunden abgenommen. “Ich habe Gas gegeben, weil nur ein Training ist. Das Gefühl nehme ich mit”, sagte Kilde. Jansrud, der Abfahrtsgewinner von Val d’Isere, ist nach dem verpatzten Kitzbühel-Rennen (36.) auf Wiedergutmachung aus. “Kitzbühel musst du erst verarbeiten, das kostet immer Kraft, egal ob es dir gut oder schlecht geht”, sagte er zur APA – Austria Presse Agentur. “Bei nur einem Training geben die meisten Gas, aber da es eine schwierige Abfahrt ist, machen auch viele Fehler. Ich kann mir aus meiner Fahrt was mitnehmen, aber von den anderen daher nicht so”, sprach er das Videostudium an.

Unruhig und viele Schläge

Intensives Studium hatte Franz vor, der mit sich überhaupt nicht zufrieden war (2,54). “Es hat mir nicht gefallen, was ich da fabriziert habe. Es hat bei der Besichtigung cool ausgeschaut, aggressiv, alles glatt, aber es war dann komplett das Gegenteil. Unruhig, lauter kleine Schläge, dass es mich herumgewürfelt hat und putzdunkel ist es.” Die Linie, die er sich vorgenommen hatte, sei nicht aufgegangen. “Ich bin nicht ins Fahren gekommen. Die Leistung war heute nicht so gut, aber ich habe ja jetzt zwei Tage, wo ich sie abrufen kann.”

Noch “einiges zu verbessern fürs Rennen” sah auch Kriechmayr (2,11). “Es gibt ein paar Schlüsselstellen, die man erwischen muss. Für morgen gilt es das umzusetzen. Ich möchte ein gutes Resultat bringen, und wenn fünf Österreicher vor mir sind und ich werde Sechster, bin ich auch zufrieden”, sagte der Oberösterreicher, der die WM-Qualifikation ausblenden will. “Die Chancen für die WM stehen nach wie vor gut. Top Ten muss es in jedem Fall sein, denn das haben Mothl und Hannes. Aber ich weiß, wo ich die Schrauben andrehen muss”, sagte Kröll (3,28).

Reichelt von Bedingungen überrascht

Wie Franz ebenfalls von den Bedingungen überrascht war Reichelt (2,53). “Ganz schön unruhig, es hat beim Besichtigen gemütlicher ausgeschaut. Es war zäh zum Fahren, ich habe ein paar Kurven verhaut.” Baumann (2,30) sah das ähnlich. “Nach eineinhalb Toren hat es zum Klopfen angefangen. Aber die Piste ist in einem coolen Zustand, es ist nicht sinnlos eisig. Mir taugt es. Der Freie Fall ist schön zu fahren.” Und über die mögliche WM-Nominierung meinte er. “Ich weiß, dass man sich selbst über die Leistung aufstellen kann, das ist das Ziel.”

Wie die Österreicher hatte beispielsweise auch Streif-Sieger Dominik Paris (2,78) im einzigen Training seine Schwierigkeiten. “Ich werde noch einiges verändern müssen”, sagte der Südtiroler, der im Disziplinweltcup mit zwei Punkten vor dem verletzten Norweger Aksel Lund Svindal und drei vor Kugel-Titelverteidiger und Landsmann Peter Fill führt. Die Garmisch-Rennen wegen eines Haarrisses im Wadenbein nicht bestreiten wird Christoph Innerhofer.

(APA)

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