Kiesbauer strengte Prozess an

Kiesbauer reichte Klage gegen Knecht ein.
Kiesbauer reichte Klage gegen Knecht ein. - © AP
Die Journalistin und Kolumnistin Doris Knecht musste sich am Dienstag, wegen übler Nachrede im Wiener Straflandes-
gericht verantworten. Das Opfer ihrer “spitzer Feder”: Arabella Kiesbauer.

Knecht hatte in ihrem Weblog für die deutsche Wochenzeitung „Die Zeit“ unter anderem geschrieben, sie hasse die Starmania-Moderatorin, halte ihr „Gekreisch“ und ihre „grauenhafte Art“ nicht aus. Auch über angebliche „Nacktfotos“ hatte sich Knecht mokiert.

Kiesbauer fühlte sich dadurch in ihrer Ehre verletzt und reichte eine Klage ein, zumal sie Knecht schon 2004 im Nachrichtenmagazin „profil“ verbal recht heftig angegriffen hatte. „Ich denke, dass ich in der Öffentlichkeit als Zuspitzerin bekannt bin. Ich würde nicht einen Schriftsteller mit seinem Erstlingsroman brutal angehen. Aber wenn jemand gewohnt ist, mit der Öffentlichkeit umzugehen und die Öffentlichkeit sucht, ist das anders“, gab Knecht nun vor Richterin Brigitte Zeilinger zu bedenken.

Sie habe ihre Kritik nicht gegen die Person Arabella Kiesbauer gerichtet, sondern gegen „die Kunstfigur, die sie auf dem Bildschirm repräsentiert“. Sie kenne den TV-Star persönlich gar nicht, begegne diesem aber „seit über zehn Jahren“ im Fernsehen. „Was sie bisher in den deutschen Talkshows gemacht hat, finde ich nicht so gut“, stellte Knecht fest. Es sei das Wesen eines TV-Kritikers, sich etwas im Fernsehen anzuschauen und darüber zu schreiben.

Axel Bauer, der Rechtsanwalt der persönlich nicht erschienenen Moderatorin, zeigte sich zu Vergleichsgesprächen bereit. Voraussetzung für einen allfälligen Vergleich wäre allerdings eine „umfassende Unterlassungserklärung“ der Beklagten, Arabella Kiesbauer zukünftig nicht mehr mit überschießender Kritik zu verletzen, so Bauer. Ansonsten sei eine Verurteilung der Journalistin unumgänglich.

Knecht und ihr Anwalt Michael Pilz signalisierten Bereitschaft, ernsthafte Verhandlungen über einen Vergleich zu führen. Die Gespräche sollen innerhalb der nächsten drei Wochen stattfinden. Die Richterin ersuchte darum, im Februar von deren Verlauf und einer möglichen Einigung informiert zu werden.

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