Kenianischer Doppelsieg bei Wien-Marathon

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Kenianischer Doppelsieg bei Wien-Marathon
Es ist geschafft: Der Sieger kommt heuer zum neunten Mal aus Kenia und heißt diesmal Henry Sugut. Bei den Damen konnte sich Landsfrau Hellen Kimutai die Bestzeit sichern. 108 Nationen haben am 27. Vienna City Marathon teilgenommen.

Mit Henry Sugut in 2:08:40 und Hellen Kimutai in 2:31:08 Stunden haben bei der 27. Auflage und zugleich erstmals in der Geschichte des Wien-Marathons Läufer aus Kenia die Männer- und Frauen-Wertung gewonnen. Von Streckenrekorden war die Elite am Sonntag bei angenehmen Temperaturen, aber windigen Bedingungen weit entfernt, zudem verpassten Österreichs mit Problemen kämpfende Topläufer Günther Weidlinger (Zwölfter in 2:14:05) und Andrea Mayr (Fünfte in 2:34:09) die angepeilte Verbesserung ihrer österreichischen Bestleistungen.

Bis Kilometer vier lief Weidlinger in der Spitze mit, die flott und deutlich unter Wien-Rekord ins Rennen gestartet war, fiel dann aber wenige hundert Meter zurück. Die zwölfköpfige Führungsgruppe blieb mit 1:04:30 Stunden ebenso wie Weidlinger mit 1:05:04 über der geplanten Halbmarathon-Durchgangszeit, der Österreicher hatte sich 1:04:30 bis 1:04:45 vorgenommen, lag allerdings immer noch auf rot-weiß-rotem Rekordkurs. Und das, obwohl bereits bei Kilometer 15 Probleme im linken Bein aufgetreten waren, wie er später mitteilte.

Weidlinger mit Wadenkrämpfen

Bei Kilometer 26 beendeten starke Krämpfe in der Wadenmuskulatur die Träume des 32-jährigen von der Verbesserung seines vergangenen Oktober in Frankfurt gelaufenen ÖLV-Rekordes von 2:10:47. Weidlinger blieb bei seinem dritten Marathon sogar kurz stehen und setzte sich hin, nahm das Rennen aber wieder auf. Nicht mehr möglich war für die Elite zu diesem Zeitpunkt auch die Verbesserung der Wien-Bestleistung von 2:07:38, die Tempomacher waren früher als geplant ausgestiegen, womit aus dem Rekordlauf ein taktisches Rennen wurde, beträgt die Siegprämie doch 15.000 Euro.

Aufgeben kam für Weidlinger, wie er erzählte, nicht infrage, ob es sich um eine neue oder eine akut gewordene alte Muskelfaserverletzung handelte, musste erst abgeklärt werden. Im Trainingslager Mitte März in Italien hatte er sich einen Muskelfaserreinriss in der linken Wade zugezogen, die er mit einer zehntägigen Laufpause auskurierte. “Die letzte Stunde war extrem hart und schmerzhaft. Solche Schmerzen hatte ich noch nie beim Laufen”, gestand Weidlinger unter Tränen im Ziel.

Mayr kämpfte

Hervorragend setzte sich lange Zeit auch Vorjahressiegerin Mayr in Szene, die beim Schloss Schönbrunn den Anschluss an die Spitze mit der Rumänin Luminita Talpos sowie den Kenianerinnen Kimutai und Irene Kemunto Mogaka verloren hatte, diesen aber rasch und für längere Zeit zurückeroberte, ehe sie doch einige Meter einbüßte. Dabei hatte ihr persönliches Leid schon bei der 10-km-Marke begonnen. “Von da an habe ich gekämpft, ich hatte heute ein großes mentales Problem. Und wenn man 32 Kilometer kämpft, dann ist man am Ende nur froh, im Ziel zu sein”, sagte Mayr, die in 2:30:43 Stunden den heimischen Rekord hält.

Für Luke Kibet, den Sieger von 2007 und Weltmeister desselben Jahres in Osaka, war der Marathon bereits nach einem Kilometer zu Ende. Der Kenianer gab mitten auf der Reichsbrücke wegen Achilles-Problemen auf, womit ein Favorit bereits quasi beim Start aus dem Rennen war. Aber auch die weiteren Mitfavoriten Felix Limo (7.), Paul Biwott und Joseph Maregu spielten im Kampf um den Tagessieg keine Rolle.

Außenseitersieg

Mit Fortdauer des Rennens lief alles auf einen Außenseitersieg hinaus, aus dem voran liegenden Quartett mit dem Äthiopier Mesfin Ademasu sowie den Kenianern Sugut, Paul Kimugul und Joseph Lomala Kimospo setzte Sugut in der Stadionallee die Attacke und sich ab. Der 24-Jährige war mit einer Bestleistung von 2:10:45 Stunden (Debüt 2009 in Reims/Dritter) nach Wien gekommen, wo er erst seinen zweiten Lauf über 42,195 Kilometer absolvierte.

“Mein Ziel war, meine persönliche Bestzeit zu verbessern, ich hätte nicht gedacht, dass ich hier gewinnen kann”, erzählte Sugut, der sich erst sicher war, zu gewinnen, als er die Ziellinie überquerte. Er verwies seinen Landsmann Lomala Kimospo (2:09:32) und Ademasu (2:09:41) auf die weiteren Plätze. Die vierfache Mutter Kimutai verwies mit Mogaka (2:31:28) ebenfalls eine Landsfrau auf Platz zwei, Dritte wurde Olga Kelenarowa Oschal aus der Ukraine (2:33:05).

Mit 32.940 Sportlerinnen und Sportlern verzeichnete der VCM 2010 einen Nennrekord, aufgrund des wegen der Vulkanasche-Wolke gesperrten Luftraumes über weiten Teilen Österreich konnten aber rund 1.500 Läufer nicht nach Wien anreisen. Auch der ORF musste bei seiner Live-Übertragung Verluste hinnehmen, das normalerweise in 7,5 Kilometern Höhe als mobile Relaisstation eingesetzte Flugzeug durfte nicht starten.

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