Kein Bier mehr im Museumsquartier?!

Kein Bier mehr im Museumsquartier?!
Demonstratives Trinken als Mittel gegen das Getränkeverbot und Kontrollen.

Aufregung im Museumsquartier. Eine Reihe neuer “Sicherheitsbestimmungen” bzw. die strengere Umsetzung der offiziell bereits geltenden Regeln sorgen für schlechte Stimmung unter den Besuchern. Mitgebrachte Getränke sollen ab sofort nämlich verboten sein.

Angebliche Rowdy-Trinkgelage werden als Begründung genannt. Auch Rad- Skateboard- oder Inlinefahrer sollen vom Security-Dienst ferngehalten bzw. vertrieben werden. Graffities auf den ohnehin jährlich neu eingefärbten und lackierten “Enzis” wird auch nicht toleriert, sondern -relativ aufwendig-  entfernt bzw. übermalt.

Mehr Überwachung und mehr Aufwand im Namen der Sicherheit und Ordnung stossen beim Publikum auf wenig Verständnis. Das Areal sei ein ”öffentlicher Platz”, der auch durch Millionen an Subventionen aus öffentlicher Hand geschaffen worden sei. Man ruft deshalb zum kollektiven Umtrunk und zur Demonstration am 20.Juni um 18h auf. Mehr Infos unter bringyourbeer.wordpress.com

Die sich auf der Onlineplattform Facebook formierende Widerstandsgruppe “Freiheit im MQ!” mit 14.000 Mitgliedern hat mittlerweile einen Fragenkatalog an Direktor Wolfgang Waldner geschickt, will aber in jedem Falle am 13. Juni einen Protestabend im Areal veranstalten. Hierzu haben bereits 1.340 Personen zugesagt.

Der Fragenkatalog umfasst unter anderem die Möglichkeit, Radfahren in Schrittgeschwindigkeit und das Mitnehmen einer Gitarre zu erlauben und hinterfragt die genauen Befugnisse des Wachpersonals im MQ-Gelände. “Solange diese Fragen nicht zu unserer Zufriedenstellung beantwortet werden, wird unser Protest weiter gehen”, heißt es. Die Demonstration für Samstag werde aber in jedem Falle stattfinden, um klarzustellen, dass man die Regelungen niemals akzeptieren werde.

Das Treffen ist um 19.00 Uhr vor dem Haupteingang des Museumsquartiers anberaumt, worauf die Gruppe mit dem Cat-Stevens-Klassiker “If you want to sing out” einziehen will, dessen Refrain mit “You can do what you want” beginnt. Teilnehmer sind aufgerufen, eigene Getränke mitzubringen. Gesucht werden auch “Dauerfahrradschieber”, “Blasmusikkapellen” oder “Nacktfahrradfahrer” – und Müllsäcke, um keinen Anlass zur Kritik zu liefern.

MQ-Direktor Wolfgang Waldner hatte am Mittwoch gegenüber Medien bereits betont, dass man gegenüber Jugendlichen, die friedlich ihr mitgebrachtes Bier tränken, nicht einschreiten, sondern Exzessen vorbeugen wolle. Eine “Überreaktion des Personals” habe zur Kontroverse geführt.

Die Museumsquartier Errichtungs- und Betriebsgesellschaft hatte zuvor in einer Aussendung die verschärften Kontrollen damit begründet, dass es immer häufiger zu Unfällen zwischen Radfahrern und Fußgängern, zu Exzessen und verstärktem Müll komme. Das grundsätzliche Verbot mitgebrachter alkoholischer Getränke sei auch von der Polizei und Anrainern gefordert worden. Auch sei das MQ rechtlich gesehen Privatgrund mit öffentlichem Durchgangsrecht, wurde betont.

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