Karte zeigt Gemeinden ohne Asylwerber: Wien erfüllt Quoten-Vorgabe

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Die Karte zeigt die Asylwerber-Verteilung in den Gemeinden in Österreich.
Die Karte zeigt die Asylwerber-Verteilung in den Gemeinden in Österreich. - © Jakob Weichenberger
Noch immer haben fast zwei Drittel der österreichischen Gemeinden keine Asylwerber aufgenommen. Das zeigt eine von der “Zeit im Bild” am Dienstag publizierte Aufstellung. Auch anhand einer Karte kann festgestellt werden, welche Gemeinden in Österreich Unterkünfte für Asylwerber bereitstellen – und welche nicht.

Die von der “ZiB” präsentierte Grafik zeigt, dass sich in letzter Zeit trotz der dramatischen Zustände rund um die Bundesbetreuungsstelle in Traiskirchen nicht wirklich viel geändert hat. Beherbergten vor rund zwei Monaten 67 Prozent der österreichischen Gemeinden keine Asylwerber, waren es zuletzt 64 Prozent.

Bezogen auf die Einwohnerzahl ragt Traiskirchen wenig überraschend heraus. Pro 100 Einwohner sind dort 19,4 Asylwerber untergebracht. Nicht ganz so dramatisch lesen sich die Zahlen zu St. Georgen in Attergau, wo die zweite Erstaufnahmestelle Thalham steht. Hier kommen 5,4 Flüchtlinge auf 100 Einwohner.

Karte zeigt Asylwerber-Verteilung in Gemeinden

Es wurde eine Karte erstellt, an der man feststellen kann, welche Gemeinden in Österreich Unterkünfte für Asylwerber bereitstellen – und welche dagegen nicht. Am Mittwoch wurden die Daten auf den neuesten Stand aktualisiert: Seit Juni wurden 5.591 neue Plätze geschaffen, insgesamt gibt es aber in 1.335 Gemeinden keine Asylquartiere. Hier findet man eine Übersicht über die Asylwerber-Verteilung in ganz Österreich.

Wien erfüllt vereinbarte Asyl-Quote

Dieser Wert liegt aber immer noch deutlich über dem der Bundeshauptstadt Wien, die als einziges Bundesland seit Jahren stets die Quoten-Vorgaben der Bund/Länder-Asylvereinbarung erfüllt. Hier kommen dennoch nur 0,6 Asylwerber auf 100 Einwohner und damit deutlich weniger als etwa in Eisenstadt mit 2,3, in St. Pölten mit 1,4 oder in Innsbruck mit 1,1.

Kaum Flüchtlinge in LH-Heimatgemeinden

Bei der Aufteilung von Flüchtlingen sind auch Details interessant. So ist etwa in den Heimatgemeinden der Landeshauptmänner von Niederösterreich und dem Burgenland kein einziger Flüchtling untergebracht. Radlbrunn, Heimatort von Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) gehört zur Gemeinde Ziersdorf und in der war laut Aufstellung zuletzt kein einziger Flüchtling einquartiert, und das bei deutlich mehr als 3.000 Einwohnern.

Nicht anders sieht es in der Stadt des burgenländischen Landeshauptmanns Hans Niessl (SPÖ) aus. Frauenkirchen mit gut 2.800 Einwohnern beherbergt ebenfalls keinen einzigen Flüchtling. Nämliches gilt für die Gemeinde Nikitsch (gut 1.400 Einwohner), in der Kroatisch-Minihof, der Heimatort von Asyllandesrat Norbert Darabos (SPÖ), liegt. Ebenso Null lautet die Zahl an Asylwerbern in den Heimatgemeinden von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP), Helfenberg und Ahorn. Deutlich besser im Rennen ist dagegen die Heimatgemeinde von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP): Klosterneuburg beherbergt 252 Flüchtlinge, das entspricht einer Quote von 0,95 auf 100 Einwohner.

Wenig Asylwerber in Tourismus-Gemeinden untergebracht

Selbst bekannte Tourismus-Gemeinden, die Gäste aus fremden Ländern gewohnt sein sollten, wie beispielsweise Velden (etwa 8.800 Einwohner), Stainz (mehr als 8.500 Einwohner), Längenfeld im Ötztal (rund 4.400 Einwohner), Mayrhofen (knapp 3.900 Einwohner), Großarl (mehr als 3.800 Einwohner), Wagrain (gut 3.000 Einwohner), Saalbach-Hinterglemm (knapp 2.900 Einwohner), Pörtschach (etwa 2.700 Einwohner), Haus im Ennstal (2.400 Einwohner) oder Mellau (knapp 1.300 Einwohner) beherbergten laut der Aufstellung keinen einzigen Flüchtling.

Weniger bekannte Groß-Gemeinden wie Hall in Tirol (knapp 13.600 Einwohner), Völkermarkt (11.000 Einwohner) oder Rum (9.000 Einwohner) kennen ebenfalls keine Flüchtlinge, und auch Gemeinden wie Spittal/Drau mit vier Asylwerbern bei mehr als 15.000 Einwohnern bekleckern sich nicht mit Ruhm. Nicht besser sieht es etwa in Stockerau aus, wo bei mehr als 16.000 Einwohnern sieben Flüchtlinge untergebracht sind. Purkersdorf und Deutsch-Wagram mit rund 9.000 Einwohnern haben gar keine Asylwerber in den Gemeinden, werden dies aber laut ORF demnächst ändern.

(APA/Red)

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