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Kapsch zu City-Maut: "Wien würde sich gut eignen"

Kapsch meint, dass sich Wien gut für eine City-Maut eignen würde.
Kapsch meint, dass sich Wien gut für eine City-Maut eignen würde. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Georg Kapsch, Firmenchef von KapschTrafficCom, äußerte sich am Montag bei einer Presskonferenz zu der City-Maut und meint, dass sich "Wien gut dafür eignen würde". Die Einführung sei seiner Meinung nach aber eine politische Entscheidung.
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In Wien und den Nachbarbundesländern ist zuletzt über eine City-Maut für die Bundeshauptstadt debattiert worden. In der Stadt sitzt auch ein Unternehmen, das weltweit Mautsysteme anbietet. Georg Kapsch ging am Montag am Rande einer Pressekonferenz auf Journalistenfragen auf die Debatte ein. Eine etwaige Einführung sei aber eine politische Entscheidung, betonte er.

Grundsätzlich sieht Kapsch Citymauten in Kombination mit einer intelligenten Parkraumbewirtschaftung als Lösung für den Stadtverkehr der Zukunft. Es gebe zwei Möglichkeiten für eine Bemautung – ein echtes Mautsystem oder wie etwa in 40 italienischen Städten kameragesicherte Zufahrtsgenehmigungen zu bewerkstelligen. “Je nachdem, wie das die Stadt wollen würde”, sagte Kapsch.

Zwar wollte der Unternehmer und Experte keineswegs eine Empfehlung abgeben, ob eine Citymaut für Wien gut wäre und betonte, es handle sich hierbei prinzipiell um eine politische Entscheidung. Grundsätzlich “würde sich Wien aber gut eignen”. Hierbei spielte Kapsch auf Ring, Gürtel und die sternförmig Richtung Innenstadt führenden Straßen an. Was eine Umsetzung kosten würde, “5, 20, 100 Millionen Euro”, sei ebenso völlig offen, weil von der Ausgestaltung der Maut abhängig.

Kapsch stellt sich immer breiter auf

Der Chef des börsennotierten Wiener Mautsystemanbieters Kapsch TrafficCom, Georg Kapsch, sieht nach einem Gewinnrückgang um ein Drittel auf 28 Mio. Euro und einem zuletzt gesunkenen Aktienkurs im Geschäftsjahr 2017/18 “immer noch ein relativ gutes Ergebnis”. Der Umsatz stieg um 6,9 Prozent auf 693,3 Mio. Euro. Das Unternehmen sei in vergangenen Jahren breiter aufgestellt worden, so Kapsch.

“Die Volatilität ist gesunken. Wir sind nicht mehr so stark abhängig von wenigen Großprojekten”, sagte Kapsch am Montag vor Journalisten in Wien. In Tschechien ist ein Auftrag nach Einsprüchen zur Vergabe zwar noch nicht ganz verloren, “aber vor zehn Jahren wäre der Verlust eines so großen Auftrags wie in Tschechien noch ans Eingemachte gegangen.” Freilich schmerze der dortige potenzielle Verlust des Betriebs eines elektronischen Lkw-Mautsystems. Auch in Polen läuft ein Auftrag für Kapsch mit November aus, das dortige Mautsystem wird dann verstaatlicht. Hier sieht der Firmenchef aber “durchaus noch Möglichkeiten weiter zuzuliefern”.

Kapsch bedauerte die “Tendenz zur Renationalisierung in Europa, die eine gesellschafts- und wirtschaftspolitische Katastrophe für den Kontinent ist. Darunter leiden auch wir.” Wo es Renationalisierungen gebe, versuche man Lösungen mit den Ländern zu finden.

Kapsch für City-Maut in Wien

Als Beispiele für die neuen “vielen kleineren und mittleren Aufträge”, die der Mautspezialist zuletzt bekommen hat, führten Kapsch und sein Vorstandskollege André F. Laux (Chief Operating Officer) Aufträge in Sambia, Bulgarien und Maryland (USA) an. In Bulgarien wird ein landesweites Mautsystem aufgebaut. In wenigen Wochen beginnt eine landesweite Konzession für Verkehrsüberwachung, Geschwindigkeits- und Fahrzeugkontrollen sowie die Registrierung von Fahrzeugen im südafrikanischen Sambia. Es handelt sich um ein Joint Venture mit dem lokalen Partner Lamise Trading. Der erwartete Umsatz liegt bei jährlich 90 bis 110 Mio. Euro. Vor allem durch die Referenz in Südafrika wurde die Ausschreibung in Sambia gewonnen, so Kapsch.

Die Hauptwachstumsmärkte für Kapsch TrafficCom sind die USA und Afrika. “Afrika ist ein kommender Kontinent.” Aufträge wie in Belarus, mit 20 Jahre langen Konzessionen, würden immer seltener. Zur breiteren Aufstellung von Kapsch TrafficCom gehört auch, das die Firma “an die Endkunden, die Fahrzeughalter, insbesondere die Spediteure und Frächter in Europa” will. Bisher braucht jeder Frächter Verträge mit den einzelnen Mautbetreibern. “Das ist sehr mühsam”, sagte Kapsch. Das Unternehmen will über den europäischen elektronischen Mautdienst (EETS) seinerseits Verträge mit den einzelnen Mautbetreibern in Europa haben und jeweils in On-Board-Units abrechnen. Kapsch hat eine EETS-Genehmigung. “Nächster Schritt ist es, die On-Board-Units in einzelnen Ländern zulassen zu lassen”, so der Firmenchef.

Dass der Aktienkurs zuletzt zurückging, schmerzt Kapsch auch, wie er sagte. Auch äußerte der Firmenchef darüber ein gewisses Unverständnis. Die Analysten würden offenbar vor allem die Unsicherheiten in Polen und Tschechien sehen, aber nicht, “dass Kapsch jetzt auf breiteren Beinen steht”. Den Höchststand habe die Aktie mit rund 74 Euro gehabt, “als wir von zwei, drei Großprojekten abhängig waren”. Auch wenn man in Tschechien den Auftrag doch wieder bekomme, tue ein Verlust eines solch großen Projekts weh, “aber es kratzt keineswegs an unserer Lebensfähigkeit”, sagte Kapsch.

APA/red

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