Syrische Führung meldete Teilerfolg in Aleppo

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Regierungstruppen haben nach Darstellung der syrischen Führung Teile der schwer umkämpften Wirtschaftsmetropole Aleppo zurückerobert. Der gesamte Bezirk Salaheddine im Südwesten der Millionenstadt stehe unter Kontrolle von Regierungseinheiten, sagte ein Offizier dem syrischen Staatsfernsehen in der Nacht auf Montag. In wenigen Tagen werde Aleppo wieder sicher sein.


Außenminister Walid Muallem erklärte unterdessen bereits den Sieg der Soldaten von Präsident Assad in Damaskus. Rebellen in Aleppo wiesen die Angaben der syrischen Führung zum Verlauf der Gefechte in der Stadt allerdings zurück. Auch Rebellen im Ausland erklärten, die Kämpfe in Salaheddine dauerten an. Der oppositionelle Syrische Nationalrat forderte den UNO-Sicherheitsrat auf, wegen der Kämpfe eine Flugverbotszone über Syrien einzurichten. Die Regierungstruppen würden die Versorgung Aleppos mit Benzin, Lebensmitteln und Medikamenten verhindern, auch der Strom sei abgeschaltet worden.

Der neue Chef der UNO-Beobachter in Syrien, General Babacar Gaye, sagte, die anhaltende Gewalt in Aleppo erfülle ihn mit großer Sorge. Die Beobachter hätten über eine Zunahme der Gewalt berichtet, wobei Helikopter, Panzer und Artillerie im Einsatz seien, berichtete der senegalesische Offizier. UNO-Generalsekretär Ban teilte mit, dass am Wochenende zwei Angriffe auf Konvois der UNO-Beobachter stattgefunden habe. “Zum Glück gab es keine Verletzten”, sagte Ban in New York. Nur die Panzerung der UNO-Fahrzeuge habe Schlimmeres verhindert. Allerdings korrigierte die UNO ursprüngliche Angaben, die Beobachter seien von der syrischen Armee ins Visier genommen worden.

Immer mehr Menschen sind auf der Flucht. Nach Angaben der Vereinten Nationen flohen binnen zwei Tagen 200.000 Menschen aus Aleppo und den umliegenden Gebieten. Viele seien vorerst in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden untergekommen, sagte eine UNO-Vertreterin. “Sie benötigen dringend Lebensmittel, Matratzen, Decken, Hygieneartikel und Trinkwasser.” Nach türkischen Angaben stieg die Zahl der Flüchtlinge im Nachbarland innerhalb eines Tages um 600 auf 43.500. Aleppo ist nur 50 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Die Regierung in Ankara entsandte am Montag Augenzeugen zufolge Militäreinheiten an die syrische Grenze.



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