Kampf ums Leiberl vor ÖFB-Testspielserie voll entbrannt

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Jeder will einen Platz in der Start-Elf
Jeder will einen Platz in der Start-Elf - © APA
Mit spürbarer Vorfreude hat das österreichische Fußball-Nationalteam am Samstag die Vorbereitung auf die großen Testspiel-Aufgaben gegen Russland, Deutschland und Brasilien aufgenommen. Teamchef Franco Foda will den Fokus im Trainingslager in Schwaz in Tirol vor allem auf den taktischen Bereich legen. Schon in der ersten Einheit machte sich aber auch der Kampf ums Leiberl bemerkbar.

“Wir haben als Mannschaft in den letzten Spielen gut funktioniert. Unser Kader ist gut und breit aufgestellt”, meinte Schalke-Legionär Alessandro Schöpf, als Tiroler auch am Mittwoch zum Auftakt der Serie in Innsbruck gegen WM-Gastgeber Russland so etwas wie der Lokalmatador. Die hochkarätigen Testgegner bewertet er positiv. “Wir spielen gegen drei Weltmannschaften. Da sehen wir, wie weit wir als Mannschaft schon sind.”

Unter Foda gab es bisher drei Siege gegen Uruguay (2:1), Slowenien (3:0) und Luxemburg (4:0). “Wir haben gute Ergebnisse erzielt und teilweise gut gespielt. Daran wollen wir anknüpfen”, sagte Schöpf. Für ihn selbst geht es ein Jahr nach seinem Kreuzbandriss aufwärts. Der Vizemeistertitel samt fixierter Champions-League-Teilnahme mit Schalke sei “überragend”, die Euphorie beim Verein groß. Nach der Verletzung habe er aber noch nicht so gute Leistungen gebracht wie davor. Schöpf, einer der wenigen Lichtblicke der EM 2016: “Ich möchte wieder zu meiner alten Stärke finden.”

Einen Vorgeschmack lieferte das Slowenien-Spiel, in dem der 24-Jährige, bei Schalke eher auf dem rechten Flügel im Einsatz, im zentralen Mittelfeld überzeugte. Das Gedränge ist aber auch dort groß. Foda hat neue Kräfte ins Team gebracht. Elf Spieler aus der heimischen Bundesliga stehen in seinem 26-Mann-Kader. 22 Akteure hatte der Deutsche zum Trainingsstart bei strahlendem Sonnenschein im Inntal zur Verfügung.

Nur Debütant Marvin Potzmann, Stefan Hierländer, Deni Alar (alle Sturm Graz) und Xaver Schlager (Salzburg) absolvieren am Sonntag auch noch die letzte Bundesliga-Runde. Die restlichen Akteure aus der heimischen Liga rückten bereits am Freitag in Stans ein – darunter auch Louis Schaub, der Rapid im Sommer in Richtung des deutschen Absteigers 1. FC Köln verlässt. “Es ist ein komisches Gefühl, wenn morgen noch ein Spiel ist. Aber es ist in Ordnung”, sagte Schaub. “Dann kann man dem Trainer von Anfang an zeigen, dass man bereit ist.”

Schaub hat in den vergangenen sechs Länderspielen fünf Tore erzielt, von Beginn an hat der Mittelfeldmann unter Foda aber noch nicht gespielt. “Es warten drei richtig gute Tests, bei denen wir uns beweisen können”, sagte der 23-Jährige. Besonders wird für ihn vor allem jener nächsten Samstag in Klagenfurt gegen Deutschland, ist er doch nicht nur im Land des Weltmeisters geboren. Auch sein Bruder und seine Großmutter leben dort.

Dazu kommt sein Wechsel nach Köln. Schaub: “Ich will ins Ausland gehen und mich beweisen.” Im Nationalteam habe er schon gemerkt, dass die Qualität höher sei als bei Rapid. Sein Noch-Clubkollege und guter Freund Thomas Murg durfte sich davon am Samstag erstmals überzeugen. Schon im ersten Training bekamen die 300 Zaungäste einiges geboten. “Es hat geraucht. Ein paar sind am Boden gelegen, es ist gegrätscht worden”, schilderte Abwehrchef Sebastian Prödl die hohe Intensität.

Drei Einheiten stehen auf der Anlage des SC Schwaz noch auf dem Programm, ehe das Team am Dienstag nach Innsbruck übersiedelt. Öffentliches Training geht bis zum abschließenden Testspiel vor der Sommerpause am 10. Juni in Wien gegen Brasilien nur noch eines über die Bühne – am 6. Juni in Bad Tatzmannsdorf. Nach dem Deutschland-Spiel gibt Foda seinen Akteuren drei Tage freie, ehe die Mannschaft zur Vorbereitung auf Brasilien im Burgenland wieder zusammentrifft.

(APA)

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