Kaffeesiederball-Causa: Platzer kündigt Ratenrückzahlung des Geldes an

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Nach der Kaffeesiederball-Causa: Vereinsobmann kündigt Geldrückzahlung in Raten an
Nach der Kaffeesiederball-Causa: Vereinsobmann kündigt Geldrückzahlung in Raten an - © VIENNA.at
Nach dem Eklat folgt die “Wiedergutmachung”: Rund 165.000 Euro hat Maximilian Platzer, Ex-Vereinsobmann des “Klubs der Wiener Kaffeehausbesitzer”, aus der Kassa des Kaffeesiederballs genommen.

Diese Summe will er nun in Raten vollständig zurückzahlen, kündigte Platzer am Dienstag in mehreren Medien an. Der rote Gastronomie-Fachgruppenobmann Willy Turecek appellierte indes an die Verantwortung der “schwarzen Kammerfunktionäre”.

Kaffeesiederball-Causa: Platzer zahlt zurück

Die Causa war am Wochenende bekannt geworden. Demnach hat der bisherige Obmann Geld aus der Ballkassa genommen, da er es für sein Kaffeehaus – das Cafe Weimar in der Währinger Straße – gebraucht habe. Das hatte Platzers Anwalt Constantin Eschlböck bereits am Sonntag der APA bestätigt – ebenso wie die Zusicherung, dass sein Mandant mit der Klubleitung bereits eine Rückzahlungsvereinbarung getroffen habe.

Platzer selbst präzisierte nun, dass er 50.000 Euro sofort und danach monatliche Raten zu je 2.000 Euro retournieren will. Offen ist nach wie vor die zusätzliche Summe von 65.000 Euro. Dieses Garderobengeld soll der Ex-Obmann einbehalten haben – aus seiner Sicht gewissermaßen als Aufwandsentschädigung. Insofern will er diese Summe auch behalten, da die Hofburg – die Veranstaltungslocation des Balls – das Garderobengeld dem Organisator zuspreche. Es gebe ein “blindes Einverständnis” mit dem Verein, dass er das Geld behalten dürfe, sagte Platzer dem “Kurier”.

Ein Fall für die Staatsanwaltschaft

Die Causa beschäftigt jedenfalls auch die Staatsanwaltschaft. Denn die Wiener Wirtschaftskammer hatte, nachdem ihr im Dezember 2015 von Unregelmäßigkeiten berichtet worden war, einen externen Wirtschaftsprüfer beauftragt und dessen Gutachten sowie eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft übermittelt.

Der Fall ist inzwischen auch zum Politikum innerhalb der Kammer geworden. So zeigte sich Willy Turecek, Fachgruppenobmann der Wiener Gastronomen und Vertreter des roten Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands (SWV), am Dienstag per Aussendung “erschüttert” über die Vorgänge: “Es ist wirklich traurig, wie hier das Image von 8.000 ehrlichen Gastronomen, die das Aushängeschild von Wiens Tourismus sind, von einigen wenigen Kammerfunktionären in Verruf gebracht wird.”

Nun gelte es die politische Verantwortung u.a. des zuständigen Spartenobmanns Markus Grießler (Wirtschaftsbund) auszuleuchten und keinesfalls zur Routine überzugehen, forderte er. Denn möglicherweise sei dies “nur die Spitze des Eisbergs”, adressierte er “in Richtung der schwarzen Kammerfunktionäre”.

Wirtschaftsbund: Vorwürfe von SVW “unredlich”

Der schwarze Wiener Wirtschaftsbund hat am Dienstag die Vorwürfe des roten Gastro-Vertreters Willy Turecek rund um fehlende Gelder in der Kassa des Kaffeesiederballs scharf zurück gewiesen. Die Kammerfunktionäre hätten mit dem Organisationsverein nichts zu tun. “Hier irgendjemanden anzupatzen, um billig in die Presse zu kommen, ist unredlich”, hieß es aus dem Wirtschaftsbund gegenüber der APA.Turecek, bis zur Wirtschaftskammerwahl 2015 Obmann der gesamten Fachgruppe Gastronomie und nun Vertreter der Fachgruppe im Wirtschaftsverband, hatte zuvor u.a. an die Verantwortung des vom Wirtschaftsbund gestellten Spartenobmanns Markus Grießler appelliert. Ein Wirtschaftsbund-Sprecher betonte, dass weder Grießler noch der aktuelle, ebenfalls schwarze Gesamt-Fachgruppenobmann Peter Dobcak in irgendeiner Weise mit dem Kaffeesiederball bzw. dem Verein etwas zu tun hätten.

Volle Transparenz angestrebt

Vielmehr habe die Wirtschaftskammer selbst durch die Beauftragung eines externen Wirtschaftsprüfers sowie die Einschaltung der Staatsanwaltschaft den Stein in der Causa ins Rollen gebracht. Man müsse sich die Verantwortung innerhalb des Vereins “Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer”, der den Ball ausrichtet, anschauen. “Der Wirtschaftsbund will hier volle Transparenz”, versicherte der Sprecher.

(apa/red)

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