Justice League – Trailer und Kritik zum Film

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Justice League – Trailer und Kritik zum Film
Es lastet eine gehörige Portion Druck auf dieser “Justice League”: Comicriese DC legt nach dem Titanenkampf “Batman v. Superman” sowie dem höchst gelungenen “Wonder Woman”-Soloausflug nach und schickt ab dem morgigen Donnerstag seine bekanntesten Helden zum Kampf gegen das Böse.

Schade nur, dass diese cineastische Materialschlacht trotz etlicher guter Momente nicht so recht vom Fleck kommt.

Seit Jahren läuft diese Auseinandersetzung auf einer schiefen Ebene: Während Rivale Marvel einen Blockbuster nach dem anderen in die Lichtspielhäuser jagt, dabei auch wenig bekannte Figuren zu Helden einer jungen, digital geprägten Kinogeneration während lässt und trotz einiger missglückter Umsetzungen grundsätzlich mit Größenwahn und humorigem Charme punktet, scheint bei DC derzeit nicht alles rund zu laufen. Zugegeben, Christopher Nolans “Batman”-Trilogie wurde von Kritik wie Fans gefeiert – aber das ist auch schon ein paar Jahre her.

Justice League – Die Handlung

Seitdem gab es mit dem “Man of Steel” immerhin eine recht brauchbare Superman-Neubelebung, allerdings hat die Fortsetzung mit dem Kampf des Sohnes von Krypton gegen die Fledermaus aus Gotham City nur wenige zufriedengestellt. Während Henry Cavill den Mann aus Stahl recht sympathisch verkörperte, scheiden sich an Ben Afflecks Batman-Auslegung bis heute die Geister. Einzig Gal Gadot war (und ist) als Wonder Woman ein Lichtblick – wie sie auch heuer im eigenständigen Kinoabenteuer neuerlich bekräftigte.

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Nun steht aber die Vermählung unterschiedlicher Welten an: Superman hat immerhin sein Leben gegeben, um in “Batman v. Superman” die Welt vor dem übermächtigen Monster Doomsday zu beschützen. Das führt nun nicht nur zu Trauer rund um den Globus, wie die ersten Minuten von “Justice League” zeigen. Auch jenseits des blauen Planeten rührt sich etwas, jetzt, da dieser Verteidiger gegen außerirdische Bedrohungen nicht mehr ist. Zeit für Batman und Co, sich neue Verbündete zu suchen.

Denn bald kreucht und fleucht es: Insektenartige Mutanten sorgen für Angst und Schrecken, weil sie sich genau davon ernähren. Und doch sind sie nur die Vorboten von Steppenwolf, einem ebenso großen wie niederträchtigen Eroberer, der die Vernichtung der Erde anstrebt. Dazu benötigt er allerdings drei Kisten, die vor langer Zeit auf dem Planeten versteckt wurden und an deren Beschaffung er sich mit aller Vehemenz macht. Währenddessen zieren sich die künftigen Kollegen der “Justice League” noch, miteinander zu arbeiten.

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Denn mittlerweile ist klar, dass The Flash (Ezra Miller), Aquaman (Jason Momoa) und Cyborg (Ray Fisher) von Batman und Wonder Woman dringend benötigt werden, um gegen das bevorstehende Ende etwas auszurichten. Da dafür wenig Zeit bleibt, ist auch die Einführung dieser “neuen” Helden eher episodenartig denn wirklich zusammenhängend aufgefädelt – Schlag auf Schlag tauchen sie auf, während mittels bekannter Charaktere wie Lois Lane (Amy Adams) oder Alfred Pennyworth (Jeremy Irons) auf Kontinuität gesetzt wird.

Justice League – Die Kritik

Eigentlich muss man Regisseur Zack Snyder bewundern, dass er aus der inhaltlich zwar nicht wahnsinnig ergiebigen, aber aufgrund der vielen Figuren und Verästelungen durchaus komplexen Drehbuchvorlage (Chris Terrio und Joss Whedon) einen ebenso kompakten wie verdaulichen Film fabriziert hat. “Justice League” hat in den richtigen Momenten Witz (allen voran Miller kann man hierfür seine Leistung nicht hoch genug anrechnen), legt ein atemberaubendes Tempo vor und bringt die Grenzen dieser Superhelden gut auf den Punkt. Sie müssen schlussendlich ein hohes Risiko eingehen, um Steppenwolf entgegenzutreten…

Aber, und das ist von Anfang an das Problem dieses Films: Nur selten schafft es diese Welt, den Zuschauer ganz in ihren Bann zu ziehen. Vieles wirkt wie Stückwerk, als ob man aus den Seiten seiner Lieblingscomics ein etwas üppigeres Bündel zu schnüren versucht. Klarerweise ergeben sich da Probleme in den Übergängen und fühlt sie der eine oder andere Ausflug nach Gotham City, Metropolis oder Atlantis ziemlich unbefriedigend an. Bei einem Blockbuster, der Medienberichten zufolge rund 300 Mio. Dollar Budget verschlungen hat, sind das nicht die besten Voraussetzungen, um zum Erfolg zu werden.

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Ersten Unkenrufen und einigen Startschwierigkeiten des DC-Universums im Kinoformat zum Trotz, sollte man “Justice League” deshalb aber nicht so einfach abschreiben. Hier sind die Superhelden zwar nicht immer super – aber sie machen das, wofür sie gebucht wurden, ganz ordentlich. Vielleicht sollte man ihnen eine zweite Chance geben (oder in ein Team-Building-Seminar investieren), um sie zur Höchstform zu bringen. Wer lange genug den Abspann verfolgt, wird jedenfalls wissen, dass ein Sequel nicht so weit scheint.

>> Alle Filmstartzeiten zu “Justice League”

(APA / Alle Bilder: Warner Bros.)

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