Junger Feldhase in Mistkübel geworfen

WTV appelliert an Bevölkerung - mehr Rücksicht auf Wildtiere
WTV appelliert an Bevölkerung - mehr Rücksicht auf Wildtiere - © Bilderbox (Sujet)
Trauriger Fund vor Ostern: Eine Dame fand in Guntramsdorf (Niederösterreich) einen jungen Feldhasen in einem Mistkübel. Sie brachte das Tier daraufhin umgehend ins Tierschutzhaus des Wiener Tierschutzvereins (WTV) in Vösendorf.

Bei der Untersuchung durch die WTV-Tierärztinnen wurde festgestellt, dass die Wirbelsäule des Hasen gebrochen war. Dadurch waren auch die Hinterbeine des armen Tieres gelähmt. Es bleib den Ärztinnen daher keine andere Wahl als das Tier von seinem Leiden zu erlösen. Es liegt die Vermutung nahe, dass der Hase von einem Hund angefallen worden sein könnte.

Feldhase in Mistkübel geworfen

“In den Mistkübel ist der Feldhase aber danach sicher nicht von selbst gehüpft. Das muss schon ein Mensch gewesen sein. Die logische Entscheidung wäre der sofortige Weg zu einer Tierärztin oder einem Tierarzt gewesen und nicht das arme Tier einfach seinem Schicksal zu überlassen”, sagt WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic. Der WTV dankt jedenfalls der Finderin des Feldhasen für ihr tapferes Eingreifen. Denn dadurch konnte dem Tier ein längeres Martyrium erspart werden. Denn das Tier hätte trotz dieser schweren Verletzung noch mehrere Tage dahinvegetieren müssen und wäre wahrscheinlich verdurstet.

Rücksicht auf Wildtiere

Ob dieses traurigen Vorfalls möchte der WTV gerade in der aktuellen Jungtierzeit besonders bei Wildtieren die Bevölkerung um Vorsicht bitten. “Achten Sie bitte beim Spazieren gehen auf Ihre Hunde und vermeiden sie Kontakt mit Wildtieren so gut es geht”, so Petrovic. Jungtiere, so sie nicht offensichtlich schwer verletzt sind, sollten generell nicht von Menschenhand berührt oder mit nach Hause genommen werden. Dadurch geraten die Tiere in akute Lebensgefahr, denn nichts ist wichtiger als die mütterliche Fürsorge.

Eingreifen nur bei schweren Verletzungen

Leider kommt es immer wieder, besonders bei Jungvögeln, zu Fehleinschätzungen besorgter Bürgerinnen und Bürger, die den Tieren damit aber viel mehr schaden als nützen. “Nur wenn ein Wildtier wirklich offensichtlich schwer verletzt ist oder sich an einem Ort befindet, der nicht seinem Lebensraum entspricht, sollte man eingreifen”, so Petrovic.

(APA/red.)

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