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10. September 2009 10:11; Akt.: 10.09.2009 10:11

Junge SPÖ kämpft für mehr Aufklärung im Schulunterricht

Junge SPÖ kämpft für mehr Aufklärung im Schulunterricht © sjoe
“Ficken!? Für einen neuen Sexkoffer!” – Diese Worte waren heute, Donnerstag, auf einer überdimensionalen Schultafel in der Wiener Innenstadt zu lesen. Die aufsehenerregende Medienaktion wurde von der Sozialistische Jugend Österreich und der Aktion Kritischer Schüler ins Leben gerufen.

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Für die Aktion stellten Aktivisten der Jugendorganisationen ein mobiles Klassenzimmer auf und schrieben neben überdimensionalen Genitalien aus Pappmaché “Ficken!? für einen neuen Sexkoffer!” auf eine Schultafel. Mit der Initiative wollen SJÖ (Sozialistische Jugend Österreich) und aks (Aktion Kritischer Schüler) die verstaubten Lehrpläne aufräumen und fordern einen eigenen verpflichtenden Sexualkundeunterricht mit externen, speziell ausgebildeten Trainern.

“Obwohl sich die meisten Jugendlichen selbst als aufgeklärt bezeichnen würden, gibt es ein massives Wissensdefizit, das sich bei näherem Nachfragen in vielen Studien zeigt” so SJ-Vorsitzender Wolfgang Moitzi. “Dieses Defizit ist auf den Mangel an öffentlicher Aufklärung und Information zurückzuführen und hat in erster Linie mit der Wissensvermittlung an den Schulen zu tun.

Eine “Frontalsexualkunde”, wie es sie jetzt gibt, bleibt selten bei Schülern hängen und lässt keinen Raum für persönliche Fragen und Ängste. Deswegen braucht es eine moderne Sexualerziehung als eigenständigen Pflichtgegenstand, der von eigens ausgebildeten PädagogInnen betreut wird”, fordert der SJ-Vorsitzende. “Über 20 Jahre nach dem ersten Sexkoffer ist es höchste Zeit für eine Neuauflage!”

Ähnlich Iris Schwarzenbacher von der aks: “Anstatt wie Kirche und ÖVP dafür zu beten, dass Jugendliche keinen Sex vor der Ehe haben, braucht es eine umfassende Information für junge Menschen, die ihnen Selbstvertrauen und Lust gibt, ihre Sexualität zu entdecken und zu leben, so wie sie es wollen”, so Schwarzenbacher. Die aks-Vorsitzende betont die staatliche Verantwortung bei der Aufklärung der Jugendlichen: “Viele Teenager beziehen fast ihr gesamtes Wissen über Sex von Internetseiten wie youporn und anderen pornografischen Medien, sind oft nur ‘scheinaufgeklärt’ und haben ein vollkommen verzerrtes Bild von Sexualität. Je stärker die neuen Medien durch die allgemeine Zugänglichkeit eine Aufklärungsfunktion erfüllen, umso notwendiger ist es, wirkliche Aufklärung als festen Bestandteil unseres Bildungssystems zu sehen. Denn wir wollen eine tabulose und ehrliche Beschäftigung mit Sexualität in den Schulen!

Für die beiden Vorsitzenden ist es daher notwendig, dass auch bei der Lehrerausbildung angesetzt wird und ein eigener Lehrstuhl für Sexualpädagogik eingerichtet wird. Zusammen mit neuen Lehrmaterialien in Form eines “Sexkoffers neu” soll die Sexualerziehung auf völlig neue Beine gestellt werden.


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