Johann Tschürtz will FPÖ in der Regierung im Burgenland sehen

Johann Tschürtz erhofft sich Großes von der FPÖ im Burgenland.
Johann Tschürtz erhofft sich Großes von der FPÖ im Burgenland. - © APA
2010 hat er die blaue Talfahrt bei Landtagswahlen gestoppt, diesmal will er mehr: Seit 2005 führt Johann Tschürtz (55) die FPÖ Burgenland an. Mit der Proporz-Abschaffung sind die Karten nun neu gemischt, davon könnte die FPÖ tatsächlich profitieren.


Johann Tschürtz wurde am 12. Dezember 1959 in Eisenstadt geboren. Er ist verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter. Nach einer Schlosserlehre und der Wehrdienstzeit, in der er mit dem österreichischen UN-Kontingent im Auslandseinsatz auf den Golanhöhen war, besuchter er in Wien die Polizeischule und gehört seit 1981 der Exekutive an.

Johann Tschürtz in der FPÖ

1992 gründete Tschürtz in seiner Heimatgemeinde Loipersbach eine FPÖ-Ortsgruppe und wurde bald darauf Bezirksparteiobmann von Mattersburg. Vier Jahre später machten ihn die Freiheitlichen zu ihrem Landesgeschäftsführer. Im November 1997 zog Tschürtz in den Landtag ein.

Im Mai 2002 wurde er Stellvertreter von Parteiobmann Stefan Salzl. Als sich Salzl zurückzog, kürten die Freiheitlichen Tschürtz am 16. Jänner 2005 mit 91,9 Prozent zum FPÖ-Chef und Spitzenkandidaten für die Landtagswahl. Bei der Polizei ließ er sich karenzieren.

Abspaltungen im Burgenland

Über mangelnde Herausforderungen konnte sich der Nordburgenländer, seit er die Parteiführung übernommen hat, bisher nicht beklagen. Nur Monate nach dem Wechsel spaltete sich das BZÖ von den Freiheitlichen ab, die FPÖ wurde im Burgenland beim Urnengang im Oktober 2005 im Landtag halbiert.

Während die Orangen im Burgenland nie wirklich Fuß fassen konnten, wurde eine andere Abspaltung zum Problem: Der wegen Unterzeichnung einer geheimen Vereinbarung mit den Roten aus der FPÖ ausgeschlossene einstige Klubchef Manfred initiierte mit der Liste Burgenland eine neue Bewegung und fand in Ex-Parteiobmann Wolfgang Rauter Unterstützung durch ein einstiges blaues Urgestein.

FPÖ-“Kernthemen”

Tschürtz schaffte es jedoch, die Turbulenzen zu überwinden. Er setzte auf FPÖ-“Kernthemen” und eckte mit seinen Forderungen in Sachen Sicherheit, Asyl und Heimat bei anderen Parteien an, konnte dabei aber die eigenen Anhänger mobilisieren. Bei der Landtagswahl 2010 gewannen die Freiheitlichen – nach zwei Urnengängen mit Verlusten – ein Mandat dazu.

Auch in der zu Ende gehenden Legislaturperiode hatte es Tschürtz nicht leicht: Mit 71 Prozent der Delegiertenstimmen erhielt er 2013 bei seiner Wiederwahl als FPÖ-Obmann am Parteitag in Oberschützen einen ordentlichen Dämpfer und dachte sogar an Rücktritt. Doch Aufgeben war nie seine Sache. Er baute stattdessen Klubdirektion und Landesgeschäftsführung personell um und propagierte einen “Neustart”.

>> Mehr zu den Wahlen im Burgenland.

(APA)

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