Jerusalem: Teddy Kollek tot

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Jerusalem: Teddy Kollek tot
Der ehemalige langjährige Bürgermeister von Jerusalem, Teddy Kollek, ist tot. Der sozial-
demokratische Politiker der Arbeitspartei starb am Dienstag im Alter von 95 Jahren.

Dies berichtete der öffentlich-rechtliche Rundfunk. Kollek war fast dreißig Jahre Bürgermeister von Jerusalem. 1993 wurde er als Stadtoberhaupt von Ehud Olmert vom rechtsgerichteten Likud-Block abgelöst, der inzwischen israelischer Regierungschef ist.

Kollek war in Wien aufgewachsen. Zu seinem 90. Geburtstag wurde er 2001 mit der Ehrenbürgerschaft der österreichischen Bundeshauptstadt ausgezeichnet.

Teddy Kollek wurde am 27. Mai 1911 im ungarischen Dorf Nagyvaszony bei Budapest geboren und wuchs in Wien auf. 1935 wanderte er in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina aus. Von 1965 bis 1993 war er Bürgermeister von Jerusalem. Nach seiner Wahlniederlage zog er sich ins Privatleben zurück und widmete sich seiner Jerusalem Foundation, einer Stiftung für Projekte in der Stadt.

Morak: „Herausragender Politiker und Brückenbauer“

Der Tod des in Wien aufgewachsenen ehemaligen Jerusalemer Bürgermeisters Teddy Kollek (95) hat in der österreichischen Bundesregierung Trauer hervorgerufen. Kunststaatssekretär Franz Morak (V) nannte Kollek in einer Presseaussendung vom Dienstag „einen bedeutenden und herausragenden Politiker und Brückenbauer. Teddy Kollek hat sich um den Aufbau der Beziehungen zwischen Österreich und Israel große Verdienste erworben.“ Kollek sei als Altösterreicher, der 1935 in Israel einwanderte, mit seiner ehemaligen Heimat stets in Verbindung geblieben.

Mit der von ihm gegründeten Jerusalem Foundation habe Kollek, so Morak, „ein nachhaltiges Instrumentarium geschaffen, Jerusalem international ins Blickfeld zu rücken und gerade im kulturellen und bildungspolitischen Bereich wichtige Akzente zu setzen.“

Auf diesem Gebiet sei es in den vergangenen Jahren zu einer verstärkten Zusammenarbeit mit Österreich gekommen, wie beispielsweise beim Chamber Music Festival oder dem Herzl Museum. „Sein Name und sein Vermächtnis werden in der engagierten Arbeit der Jerusalem Foundation weiterleben“ unterstrich der Staatssekretär.

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