Jeder vierte 15-Jährige in Österreich raucht

Nichtraucher-Schutz in Österreich kaum vorhanden
Nichtraucher-Schutz in Österreich kaum vorhanden - © APA (Archiv/epa)
Die Ärzte schlagen wieder Alarm: Nirgendwo in Europa rauchen die 15-Jährigen so viel wie in Österreich, jeder Vierte greift in diesem Alter regelmäßig zur Zigarette. Insgesamt rauchen rund 146.000 Jugendliche zwischen elf und 17 Jahren täglich.

Das Einstiegsalter ist mittlerweile auf elf Jahre gesunken, Unterschiede im Rauchverhalten zwischen den Geschlechtern gibt es nicht mehr. “Je früher man damit beginnt, desto schwerer kommt man später davon los”, warnt Manfred Neuberger, Leiter der Abteilung für Präventivmedizin an der Medizinischen Universität Wien.

Der Staat mache viel zu wenig, um die Jugend vom blauen Dunst fernzuhalten: “Man bekommt Zigaretten in Österreich leichter als Lebensmittel”, kritisierte der Mediziner. Er forderte daher, die Einnahmen aus der Tabaksteuer – Minderjährige zahlen durch diese jährlich 60 Millionen Euro – in die Prävention zu investieren.

Auch der Nichtraucherschutz sei in Österreich eine “gesundheitspolitische Zeitbombe”, so Neuberger. Umfragen in der Steiermark und in Oberösterreich hätten ergeben, dass 91 Prozent sich bei Lokalbesuchen vom Tabakrauch belästigt fühlen und 60 Prozent eine Verschärfung des Tabakgesetzes wollen.

Ein “absolutes Rauchverbot in öffentlichen Räumen” wünschte sich auch Kinderarzt Tamas Fazekas vom St. Anna Kinderspital. “Wir verursachen bereits bei Kindern Erkrankungen, die bisher nur bei den Erwachsenen bekannt waren.” Alleine durch Passivrauchen in der Schwangerschaft würden u.a. die Gefahr einer Frühgeburt genauso erhöht wie das Risiko für das Baby, an Asthma zu erkranken.

Die EU-Kampagne “HELP – für ein rauchfreies Leben” versucht daher vor allem Jugendliche und junge Erwachsene vom Griff zur Zigarette abzuhalten. Dabei wurden heuer in allen 27 Mitgliedsstaaten rund 300 Veranstaltungen durchgeführt.

Helpisoden: Kurzvideos sollen helfen
“Help” will die “Denormalisierung” von Tabakkonsum erreichen. Mit einer Multi-Media-Kampagne wird die Jugend für die Gefahren des Rauchens sensibisiert. Die “Helpisoden” sind eine Serie von 11 animierten Filmen mit einer Länge von Maximum 1’30“ und einem Pilotfilm von 2’30” Länge. Die Aktion soll durch die Nutzung interaktiver Plattformen wie Vernetzungs- und Video-Sites verstärkt werden. Konzept und Erarbeitung der “Helpisoden”-Kampagne entstanden unter beratender Mitwirkung jener Jugendorganisationen, mit denen “Help” zusammenarbeitet, damit die Kampagne zur Zielgruppe passt und dort Sympathien erntet. Die “Helpisoden” sollen provokant und mutig sein. Mit schrulligen Grafik-Codes soll das junge Publikum angezogen werden.

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